Genomik Teil 2
Was kommt nach dem Genom?
Bald kennen wir die vollständige DNA-Sequenz des Menschen. Aber wie nutzen wir das Wissen? Besonders auf dem expandierenden Feld der Proteomik erwarten Wissenschaft und Wirtschaft eine reiche Ernte.
Carol Ezzell
Auf die Frage, was nach dem Genom kommt, lautet also die Antwort: Vor allem Boten-RNA- und Proteinmoleküle: Wenn die Erbsubstanz DNA der Bauplan der Zelle für die Konstruktion von Proteinen verkörpert, dann entspricht die ihr chemisch ähnliche Boten-RNA einem herauskopierten Teil dieses Plans, den ein Subunternehmer täglich mit auf die Baustelle nimmt. Die DNA bleibt im Zellkern; einzig die Boten-RNAs, die an aktivierten Genen als Abschrift entstehen, verlassen ihn und wandern zu den Proteinfabriken der Zelle.
Praktisch jede Körperzelle enthält zwar die gesamte Erbinformation, die einst die befruchtete Eizelle mitbekam, aber viele der Gene verstummen nach Abschluss der Embryonalentwicklung, liefern somit keine Blaupausen mehr. Andere Gene aktiviert der Zellapparat zu verschiedenen Zeiten und inaktiviert sie wieder, je nachdem, welchem Gewebeverband die Zelle angehört und welche Aufgabe ihre Produkte – meist Proteine – im Organismus erfüllen. Die spezialisierten Zellen in der Bauchspeicheldrüse zum Beispiel enthalten in der Regel viel Boten-RNA mit der Anweisung zur Herstellung des Hormons Insulin. In Gehirnzellen dagegen kommt diese RNA n


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