Nicht nur Amerikaner werden immer dicker, auch auf deutschen Hüften sammeln sich die überschüssigen Pfunde in bedenklichem Ausmaß an. Über die Hälfte der Erwachsenen ist übergewichtig, fast zwanzig Prozent leiden an krankhafter Fettsucht, so genannter Adipositas. Sogar Kinder verfetten immer häufiger und vor allem immer früher: Heute ist ungefähr jedes fünfte Kind zu dick.

Aber was genau ist eigentlich Fettsucht, und ab wann ist man nicht mehr nur dick, sondern adipös? Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich um Fettsucht, also Adipositas, sobald der Anteil der Fettmasse am gesamten Körpergewicht bei Frauen dreißig Prozent und bei Männern zwanzig Prozent übersteigt. Mithilfe des Körpermassenindexes (body mass index = BMI) kann jeder seine individuelle Fettmasse berechnen, indem er sein Gewicht durch das Quadrat der Körpergröße teilt: BMI = Körpergewicht in Kilogramm/(Körpergröße in Metern)2. Ergibt dies einen Wert über 30, lautet die Diagnose Fettsucht, und es wird höchste Zeit zu handeln. Als Indikator für Übergewicht muss aber auch ein Wert ab 25 nachdenklich stimmen, denn übermäßige Körperfülle ist nicht nur ein kosmetisches Problem: Sie scheint fast zwangsläufig Folgekrankheiten wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Fettstoffwechselstörungen nach sich zu ziehen. Auf Grund ihrer Häufigkeit ist die oftmals tödliche Kombination dieser Krankheiten auch als metabolisches Syndrom bekannt, mit dem das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall explosionsartig in die Höhe schnellt. Über achtzig Prozent aller Diabetiker mit Diabetes mellitus sind zu dick, und auch immer mehr Kinder leiden an der eigentlich altersbedingten Zuckerkrankheit. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass sich die Zahl der fettsüchtigen Zehnjährigen in den Industrienationen in den letzten 25 Jahren verdreifacht hat.

Es deutet also alles auf ein Wohlstandsleiden hin, hervorgerufen durch erhöhte Energiezufuhr aus kalorienreicher Nahrung, bei zugleich