Vereinheitlichung ist ein altes Ziel der Physik. Seit im 19. Jahrhundert Physiker wie Maxwell und Clausius versucht hatten, scheinbar unvereinbare physikalische Phänomene doch zusammenzuzwängen, gehört die Suche nach der großen und einzigen Theorie, die alle bekannten Kräfte und physikalischen Gesetze in sich vereinigt, zu den impliziten wie expliziten Träumen der Wissenschaftler. Die Suche nach der Weltformel ist im weitesten Sinn ein Streben nach Harmonie, das Verlangen, das gesamte Universum durch die Linse eines einzigen, eleganten Gesetzes oder einer Gleichung zu betrachten, die alles erklärt.
Viele Einheitsbestrebungen waren bemerkenswert erfolgreich. Zuerst brachten die Pioniere der Thermodynamik die Mechanik und Hitze zusammen, dann verwoben Faraday und Maxwell spektakulär Elektrizität, Magnetismus und Optik zu einem nahtlosen Teppich. Sogar Einsteins berühmteste Gleichung kann als eine Art Vereinheitlichung betrachtet werden, die unterstreicht, dass selbst fundamentale Größen wie Materie und Energie nur zwei Seiten der gleichen Medaille sind.
Das Einheitsdenken durchzieht das 20. Jahrhundert: von der Begründung des Welle-Teilchen-Dualismus bis hin zu einem gemeinsamen Rahmen für das Verständnis der speziellen Relativitätstheorie und der Quantenmechanik. Pioniere der Teilchenphysik wie Feynman, Weinberg und t'Hooft brachten uns quälend nah ans ultimative Ziel einer Weltformel – aber eben nur so weit: Die Anziehungskräfte erwiesen sich als hartnäckig, und ihre Vereinigung mit der Quantentheorie blieb das wohl größte ungelöste Problem der Physik in den letzten 50 Jahren. Viele der größten Denker – von Einstein bis Edward Witten – bissen sich daran die Zähne aus: mit geringem Erfolg. Die Stringtheorie behauptet für sich, dass sie die Aufgabe bewältigen könne, doch gelang es ihr bislang ebenso wenig wie anderen Theorien, fundierte, prüfbare Voraussagen zu treffen.
Aus experimenteller Sicht ist einer der aussichtsreichsten Kandidaten, um eine Quantentheorie der Anziehungskräfte zu testen, die Suche nach Gravitonen: Teilchen, die zwischen den Anziehungskräften vermitteln. Das fundamentale Problem, die Gravitonen aufzuspüren, liegt in der extremen Schwäche dieser gravitativen Kräfte. Um es zu lösen, haben Physiker extrem empfindliche Geräte entwickelt, die prinzipiell selbst den leisesten Hauch eines Gravitons registrieren sollten – etwa LIGO, eines der Meisterstücke. Das Laser Interferometer Gravitational Wave Observatory nutzt höchst sensible Interferometer, um winzigste Verschiebungen im Ereignisraum aufzuspüren, die vom Durchtritt einer Gravitationswelle verursacht werden. LIGO ist ein Wunder der Physik wie der Ingenieurkunst und wurde wahrhaftig dazu konstruiert, die Gravitationswellen zu registrieren, die von der klassischen allgemeinen Relativitätstheorie vorausgesagt werden. Ein typisches Experiment untersucht die Interferenz eines hochkonzentrierten Laserstrahls, der zwischen zwei verspiegelten Einwölbungen mit einer festgelegten Entfernung hin- und herspringt. Währenddessen wartet das Gerät darauf, dass eine Gravitationswelle aus einer festgelegten Quelle die Laserstrahlen passiert.
Sobald eine derartige Welle das Interferometer durchquert, verändert sich der Ereignisraum. Je nach Ausgangspunkt der Welle und ihrer Polarisation resultiert dies in einer effektiven Längenveränderung einer oder beider Einwölbungen. Letztlich kommt es zu einer Phasenverschiebung der beiden Teilwellen des Laserlichts, und deren Interferenz ändert die Intensität des Lichts, was sich messen lässt. Allerdings ist dieser Effekt winzig klein und muss mit höchster Vorsicht aufgezeichnet werden, um keine Messfehler zu erhalten.
Diese extreme Sensibilität verstärkt sich noch, wenn es an den eigentlichen Nachweis der Gravitonen geht. Wie fein würden die Einflüsse der abgesonderten Gravitonen sein? In einem Kapitel von John Brockmans neuem Buch "This explains everything" versucht Freeman Dyson vom Institute of Advanced Study in Princeton diese Feinheiten zu quantifizieren. In dessen Verlauf erzählt Dyson, dass die Anstrengungen, die Gravitation und die Quantenmechanik letztlich zu vereinen, zum Scheitern verurteilt ist. Das Schlüsselergebnis ist die Auslenkung der beiden Spiegel, die von der Passage der Gravitationswelle eingeleitet wird, was eine veränderte Interferenz der Laserstrahlen verursacht, die schließlich zum Signal führt.
Dysons Berechnung demonstriert, dass diese Veränderung so klein ausfällt, dass sie vom Hintergrundrauschen der Quantenfluktuationen im Ereignisraum schlicht verschluckt würde. Man könnte nun die Spiegel so schwer konstruieren, dass sie nicht mehr von Quantenfluktuationen gestört würden. Doch Dyson beschreibt, wie schwer sie ausfallen müssten: "Wegen des Hintergrundrauschens und des Lärms durch die Instrumente können die LIGO-Detektoren gegenwärtig nur Wellen erfassen, die wesentlich stärker als ein einzelnes Graviton sind. Doch selbst in einem völlig stummen Universum kann ich die Frage beantworten, ob ein idealer LIGO-Detektor ein einzelnes Graviton nachweisen könnte. Die Antwort lautet 'Nein'. Im stillen Universum wird die Exaktheit der Entfernungsmessung von der Unschärferelation der Spiegelpositionen bestimmt. Um diese Unschärferelation klein zu halten, müssen die Spiegel schwer sein. Eine einfache Rechnung, die auf den bekannten Gesetzen der Gravitation und Quantenmechanik basiert, führt zu einem eindrucksvollen Ergebnis: Um ein einziges Graviton mit LIGO nachzuweisen, müssten die Spiegel so schwer sein, dass sie sich unaufhaltsam anziehen und schließlich zu einem Schwarzen Loch zusammenstürzen! Mit anderen Worten: Die Natur schließt aus, dass wir mit diesem Instrument erfolgreich sein können."
Letztes Jahr erzählte mir Dyson, dass er intensiv nach Mängeln in seiner Kalkulation gesucht habe – erfolglos. Falls sie auch weiterhin Prüfungen standhält, gingen die Einschränkungen weit über den versuchten Nachweis einzelner Gravitonen hinaus. Es könnte bedeuten, dass die Welt der Gravitation und der subatomaren Teilchen für immer getrennt blieben: Eine fundamentale physikalische Barriere würde verhindern, dass sie das jeweils andere Reich durchdringen könnten.
Oder wie es Dyson ausdrückt: "Sollte sich diese Hypothese als wahr herausstellen, hieße das, dass sich die Theorien der Quantengravitation als nicht testbar und damit wissenschaftlich bedeutungslos herausstellen würden. Das klassische Universum und das Quantenuniversum könnten dann in friedlicher Koexistenz leben. Keine Unvereinbarkeiten zwischen beiden könnten je aufgezeigt werden. Beide Abbildungen des Universums könnten wahr sein – und die Suche nach der Weltformel würde sich als Illusion herausstellen."
Müssten wir uns ärgern, wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte? Ich denke nicht. Das Fehlen einer Quantengravitationstheorie bedeutet vielleicht das Ende der Vereinheitlichung, aber es würde auch andeuten, dass das Universum vielfältiger ist, als wir bislang denken. Einheitlichkeit und Vielfalt tragen gleichermaßen zur Faszination des Kosmos bei. Darwins Evolutionstheorie illustriert diese Tatsache perfekt: Sie stellt einen gängigen Mechanismus für die Entwicklung der Arten dar und bezeugt gleichzeitig die erstaunliche Vielfalt der heute lebenden Spezies.
Entpuppt sich die Weltformel als Hirngespinst, sollten wir die Tatsache feiern, dass das Universum noch interessanter ist, als wir uns bislang vorgestellt haben – gleich welche Kräfte es hervorgebracht haben. Unser Scheitern würde einen weiteren Erfolg bedeuten: dass das Universum ein unerschöpflicher Quell an Reichtümern ist. Dafür sollten wir dankbar sein.

Der Autor ist Chemiker und bloggt für "Scientific American" 


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1. Die Suche wird weitergehen
09.05.2013, Dr. Günther Coen2. Wert in der Wissenschaft
09.05.2013, RAJDer wichtige Punkt scheint mir die Frage nach dem Wert wissenschaftlicher Theorien, den viele immer noch ganz naiv ausschließlich an der Testbarkeit festmachen, obgleich die Wissenschaftshistorie und -theorie uns längst eines besseren belehrt haben: dass Wissenschaft nämlich viel komplizierter ist als beispielsweise schlichtgewirkte Popper-Adepten glauben, ohne deswegen irrational zu sein. Nehmen wir etwa die Stringtheorie, die so gerne als Scharlatanerie beschrien wird, und wie es scheint umso mehr, desto weniger Sachkenntnis vorliegt. Sie ist zwar derzeit nicht testbar, hat aber tiefe und neue Einsichten in physikalische und mathematische Zusammenhänge, bekannte und mögliche, vermittelt. Das ist es vor allem, was einer ihrer Begründer, Leonard Susskind, ihr als Positivum zurechnet. Ist das etwa kein wissenschaftlicher Wert? Man sollte sich auch daran erinnern, dass die Disziplin früher einmal „natural philosophy“ hieß und es nicht komplett außerhalb dieses „spirits“ liegt, an den Grenzen des empirisch Prüfbaren wieder spekulative Elemente zuzulassen, solange diese konsistent formulierbar und in die vorhandenen Daten einzubetten sind.
Wenn Dyson also schreibt "Sollte sich diese Hypothese als wahr herausstellen, hieße das, dass sich die Theorien der Quantengravitation als nicht testbar und damit wissenschaftlich bedeutungslos herausstellen würden“, dann sehe ich vor allem den Sinn des „damit“ nicht, aus den genannten Gründen. Hier liegt m.E. ein verengter Begriff von „Wert“ vor. Im Übrigen würde ich einfach sagen: bitte mehr Geduld, es wurde schon so manches Mal in der Wissenschaftsgeschichte eine prinzipielle Grenze ausgerufen. Die vorliegenden, zwar indirekten, aber konsistenten Daten zur Abstrahlung von Gravitationswellen aus Doppelsternsystemen mögen es auch als nicht so dramatisch erscheinen lassen, wenn der direkte Nachweis über die Verformung der Raumzeit-Geometrie nicht gelingen sollte. Und die Vereinigung ist derzeit wohl eher eine theoretische und weniger eine experimentelle Herausforderung.
3. 3. Gravitation durch Ausstausch von Gravitonen?
10.05.2013, Dipl. Ing. Michael JungnicklViele relativistische Formeln lassen sich in einer Reihenentwicklung vereinfachen. Z.B. hat die relativistische kinetische Energie unendlich viele Terme, die ersten beiden sind m*c2, 1/2*m*v2. D.h. die Relativitätstheorie läßt sich also sogar im normalen Alltag beobachten.
Auch elektrisches und magnetisches Feld sind lediglich eine Kraft. Gekoppelt über e0*u0 = 1/c2. Dabei ist das magnetische Feld die relativistische Kraft, die verschwinden würde wenn c gegen unendlich strebt. Diese Gleichung habe ich vor mehr als zehn Jahren intuitiv gefunden und später in einem Buch nachgelesen wo sie über die Lorentz Transformation umgewandelt wird.
Eine weitere meiner intuitive Lösungen: G = 1 / 50*c
Innerhalb der Messgenauigkeit von G ist die Lösung richtig. Man könnte jetzt weitere Stellen vorhersagen und die Annahme durch feinere Messung von G bestätigen.
Die Einheiten in der Gravitationsgleichung von Newton stimmen dann allerdings nicht mehr überein. Allerdings kann man die Masse jetzt auflösen, und die Einheit der Masse bestimmen. [m] wäre aktuell 1 kg in SI Einheiten oder in meiner Annahme 1 m4 / s3. Dadurch wird Masse also durch Raum und Zeit bestimmt.
Der Divisor 50 kann in die Faktoren 2*5*5 zerlegt werden. 2 ist dabei wohl ein Symmetriefaktor, die beiden 5er kommen wohl von der Ableitung des Raums, der noch in den Einheiten als m4 angegeben wird. Wie genau die Funktionen, Ableitungen und Integrale dazu aussehen kann ich nicht sagen.
Die erweiterte Gleichung: F = (m1*m2)/(50*c*r2)
Ähnlich wie beim Magnetismus läßt sich auch jetzt schon sagen das die beobachtete Gravitation nur der relativistische Teil sein dürfte. Auch hier verschwindet die Kraft für c gegen unendlich.
Daraus folgt auch das es noch eine zweite Gravitationskraft geben dürfe, die so stark ist das sie Raum und Zeit falten kann.
Noch ein Aspekt: Stellt man die Gleichung um so ergibt sich eine Leistung:
P=F*c = (m1*m2*)/(50*r2)
D.h. für eine Gewichtskraft von 10 N (ca. 1 kg bei Erdanziehung) ist eine Leistung von 3 GW nötig. Ähnlich wie der Pointing Vektor (ExH Feld) neben einer Hochspannungsleitung ist diese Leistung die durch den Körper transportiert wird für den Menschen nicht bemerkbar.
Ich würde mich freuen wenn die Annahmen durch einen Physiker geprüft würden.
4. Gravitationswellen sind lichtartig
13.05.2013, Alfred Helmut Dürralso auch lichtartig und so wird die Welle überhaupt nicht registiert (von den Lasern "gespürt"). Man könnte einwenden, dass die "Raumkrünmmungs-Welle" ja nicht konstant zu uns gelangt. Doch bei Zusammenstößen von Schwarzen Löchern oder anderem wäre auch die zeitlich unheimlich langsam ablaufende Veränderung der Welle (Amplitude, Frequenz oder Wellenlänge) so gut wie garnicht durch die Laser oder die trägen Spiegel wahrnehmbar. Arbeitet man mit ihrer Energie, dann befindet man sich wieder bei den sogenannten "Gravitonen" (ob mit Masse =0,
Spin 2 Boson)?
5. Ist die Weltformel überhaupt erwünscht?
14.05.2013, Albert Lothar WieseEs existiert einzig und allein eine Menge unendlich vieler, sich im dreidimensionalen Raum bewegender diskreter Objekte, die hier als gleich große harte Kugeln angenommen werden. Diese durchdringen den leeren Raum gleichförmig geradlinig. Eine Annäherung an eine andere Kugel erfolgt bis zum Zusammenstoß (Berührung), bei dem nur die Geschwindigkeitskomponenten in
Richtung der Stoßachse (Berührungsnormale) ausgetauscht werden.
können Transformationen hergeleitet werden, deren häufige Anwendung die Feinstrukturkonstante erzeugt (siehe Link unten). Das ist ein starker Hinweis auf diskrete Objekte im Vakuum. Mit der Feinstrukturkonstante wird auch die Elementarladung erklärt und dadurch die Erzeugung eines einheitlichen Prozesses für die Entstehung von Strukturen der Standardmodelle von Elementarteilchen und Kosmologie. Dadurch ergibt sich ein starkes Argument dafür, dass doch eine Art Weltformel existieren muss.
Versuche, das Establishment der Physik davon zu überzeugen, den Beweis der Erzeugung der Feinstrukturkonstante überhaupt anzuschauen, schlugen bisher fehl. Durch Herunterladen und Einsatz des Rechenalgorithmus, wäre der Beweis nach zu vollziehen. An was kann es liegen, dass es nicht erfolgt? Meine Vermutung ist:
- Wenn es verstanden wurde, jemand aber eine Abneigung gegen eine diskrete deterministische Welt hat, wird er die Anerkennung des möglicherweise richtigen Ergebnisses von sich schieben.
- Wenn es jemand nicht versteht, wird er kaum dafür zu begeistern sein.
- Weil es Mühe macht, wartet man ab, ob es jemandem anderen gelingt.
- Obwohl einfache Mathematik (Abiturniveau) verwendet wird, bereiten die vielen hintereinander vorkommenden Rechnungen Schwierigkeiten, das Gesamte zu verstehen. Mathematiker oder Physiker, welche hier so auftreten, als würden sie die in der Physik vorkommenden Rechenmethoden kennen und beherrschen, geben ihre Schwächen schwerlich zu.
- Aus gewissen (mir unbekannten) sonstigen Gründen ist eine einfache diskrete Erweiterung der Standardphysik unerwünscht.
Auch jetzt glaube ich noch nicht an wirkliche Bemühungen um die Findung einer Weltformel
http://struktron.de/FSK/Feinstrukturkonstante-Berechnung.html