Die Aufnahme aus dem Jahr 1927 zeigt den Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein (1879-1955) in seinem Studierzimmer.
1999 fand ein Wissenschaftlerteam um Sandra Witelson von der kanadischen McMaster University in Hamilton in den fotografierten Schnitten von Einsteins Gehirn ungewöhnlich große Scheitellappen [2]. Dieses Hirnareal, das eine wichtige Rolle beim räumlichen Vorstellungsvermögen sowie beim mathematischen Denken spielt, war demnach bei Einstein gut 15 Prozent voluminöser als normal. Außerdem fanden sich in seinen Scheitellappen weniger Furchen als in Vergleichshirnen.
Hier könnte sich Einsteins Musikalität widerspiegeln, der seit seiner Kindheit Geige spielte, spekuliert die Wissenschaftlerin. Und die ungewöhnliche Erscheinung der Scheitellappen verknüpft sie mit Einsteins Vorlieben, in Bildern und Gefühlen statt in Worten zu denken.
Falk betont, dass ihre Überlegungen rein hypothetisch sind. Auch andere Forscher wie Marc Bangert vom Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften bleiben angesichts von Spekulationen anhand weniger alter Fotografien skeptisch.
Rätselhaft bleibt auch eine weitere Eigenschaft des Physikergehirns: Während ein männliches Durchschnittsgehirn 1375 Gramm wiegt, brachte es Einsteins Denkorgan lediglich auf 1230 Gramm. (aj)





drucken