In den Industriegesellschaften der Welt wird die Nacht zunehmend zum Tag - und viele Menschen leiden deshalb unter Schlafmangel. Dieser kann auf Dauer aber zu schweren chronischen Erkrankungen führen, wie immer mehr Studien andeuten.
Der Autor ist Redakteur von "Nature Medicine" in Cambridge, Massachusetts.
Was im eigenen Schlafzimmer vor sich geht, bleibt normalerweise Privatsache. Doch im achten Stock des Beth Israel Deaconess Medical Centers (BIDMC) in Boston wird der Schlaf eng überwacht: Elektroden auf der Haut und im Haar überwachen die Hirnaktivität von Versuchsteilnehmern, Sensoren an den Gelenken vermelden jede Bewegung, und Fingermanschetten zeichnen den Blutdruck auf. Sogar jedes Augenflackern wird registriert, und Körperflüssigkeiten gelten als Rohstoff - alles unter den konstant wachsamen Augen der Studienleiter.
Regelmäßig kommen Probanden pärchenweise zum Harvard Catalyst Clinical Research Center, um hier drei Wochen lang zu übernachten. Nach ein paar Nächten zur Eingewöhnung wird jedem Paar nach dem Zufallsprinzip ein Schlafmodus zugeteilt. Die einen dürfen jede Nacht für acht Stunden ruhen, die anderen bekommen nur häppchenweise Schlaf: Drei Nächte lang dürfen sie nur vier Stunden schlafen, gefolgt von einer Nacht mit achtstündiger Ruhepause - und das Ganze wird in vier Zyklen wiederholt.
"Wir möchten verstehen, wie sich die physiologischen Vorgänge im Körper verändern, wenn es längere Zeit zu einem...
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