Für Chemiker ist Helium ziemlich langweilig. Es riecht nicht, brennt nicht, und Verbindungen mit anderen Elementen scheut es mit beeindruckender Beharrlichkeit. Dennoch ist der nach dem Sonnengott Helios benannte Stoff ein Geschenk des Himmels: Beim Schweißen von Stahllegierungen hemmt es den Funkenschlag. In der Halbleiterindustrie flutet man mit ihm Produktionskammern, um eine möglichst inerte - also reaktionsträge - Umgebung bei der Chipherstellung zu gewährleisten. Und die NASA spült damit Raketentanks: Weil Helium leichter als Luft ist, verdrängt es verbrannten Treibstoff rasch aus dem Behälter. Der wichtigste Einsatzort für das Edelgas sind aber Teilchenbeschleuniger und Kernspin- oder Magnetresonanztomografen (MRT), wo es der Kühlung dient. Denn auch knapp über dem absoluten Temperaturnullpunkt bleibt es flüssig - eine Eigenschaft, die kein anderes Element vorweisen kann. So ist Helium immer dann gefragt, wenn Magnetspulen auf Niob-Titan-Basis supraleitend gemacht werden sollen. Das passiert erst bei frostigen zwei Grad Kelvin. Ohne das resultierende, extrem starke...