Die weltweite Kampagne gegen das Poliovirus hat die Krankheit an den Rand des Aussterbens gebracht. Doch kurz vor dem Ziel drohen Probleme mit dem Impfstoff und fehlendes Detailwissen über den Erreger das Programm zum Scheitern zu bringen.
Mitte des 20. Jahrhunderts war die Poliomyelitis, auch Kinderlähmung genannt, eine der gefürchtetsten Krankheiten der Welt. Das Virus kann Motoneurone in Rückenmark und Hirnstamm zerstören und verursacht dann schwere Lähmungen der Gliedmaßen, im Gesicht und in der Brustmuskulatur. Seit Jahrtausenden begleitet der Erreger die Menschheit, und erst mit der Entwicklung verschiedener Impfstoffe, besonders der Sabin-Vakzine von 1957, verlor das Poliovirus in weiten Teilen der Welt seinen Schrecken. Mitte der 1970er Jahre war es in Europa und Nordamerika ausgerottet.
Angespornt von den erfolgreichen Bekämpfungsprogrammen begann die Weltgesundheitsorganisation 1988 ein gezieltes Programm, den Polyomyelitis-Erreger bis zum...
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