Ist die Erklärung für die beschleunigte kosmische Expansion viel einfacher als bisher gedacht? Zwei Kosmologen der University of Oxford gehen in unserer Titelgeschichte der Frage nach, ob wir auf die rätselhafte Dunkle Energie verzichten könnten. Wir müssten dazu nur annehmen, dass wir in einer kosmischen Region unterdurchschnittlicher Dichte leben. Himmelsbeobachtungen könnten ihre Hypothese bereits in wenigen Jahren bestätigen.
Außerdem zeigt unsere Augustausgabe, dass Virologen auch jenseits von Pandemien alle Hände voll zu tun haben: Ein Bioinformatiker berichtet von der "Computerjagd auf den Aidserreger" und Hans-Georg Kräusslich betrachtet "Die Macht der Viren" im Licht moderner Genforschung.
Und schließlich wartet unser Interview mit Carl Friedrich Gethmann auf Sie: "Philosophieren in der Krise" - was haben wir davon?
Sie soll Beobachtungen erklären, die von den meisten Kosmologen als beschleunigte
Expansion des Alls interpretiert werden. Doch nun kommt eine ganz andere Deutung
in Frage: Unsere Galaxis liegt vielleicht inmitten einer gigantischen Leere.
Erst vor wenigen Jahren wurden
sie als wissenschaftliches Werkzeug
entdeckt: Optische Frequenzkämme revolutionieren
Grundlagenforschung
und Technik. Denn mit ihnen lassen sich Frequenzen von Lichtwellen
ebenso wie Zeitintervalle mit höchster Präzision messen.
Manche Erkenntnisse lassen sich nur gewinnen, wenn Forscher und
ihre Experimente der Schwerkraft (fast) entfliehen – und sei es für
Minuten oder Sekunden. Versuche in der Mikrogravitation dienen Biologen
und Materialwissenschaftlern ebenso wie Planetenforschern.
Nicht erst seit dem Aufkommen der Schweinegrippe zählt die Virologie
zu den spannendsten Gebieten der Biologie. Von ihren Erkenntnissen
hängt das Überleben von hunderttausenden Menschen ab – jährlich.
Resistenzen sind das gravierendste Problem bei so wandlungsfähigen Viren wie
dem Aidserreger HIV. Wie kann man den Infizierten helfen? Die Antwort
erfordert umfassende Informationen über Varianten von HIV – und Computerhilfe.
Die Unsicherheit ist groß, zumal in der Wirtschaftskrise. Naturwissenschaft
häuft immer neue Entdeckungen an, auch die wollen interpretiert werden. Wer
kann uns Wege durch schwierige Zeiten weisen? Wir fragten den Philosophen
Carl Friedrich Gethmann.
Luftverschmutzung wirkt sich schon im Mutterleib schädlich aus, wie
eine Studie in China aufzeigt. Auch wenn die Unterschiede klein sind:
Betroffene Kinder entwickeln sich schlechter.
Von der Fähigkeit der Lotuspflanze, Schmutz abzuweisen, haben Forscher gelernt,
die Benetzbarkeit von Oberflächen zu variieren. Anwendungen reichen
von Stoffen, auf denen Flecken keine Chance haben, über Spiegel, die nicht
beschlagen, bis zu Badeanzügen, die nicht nass werden.
Vor neun Jahren wechselte der erfolgreiche Quantenoptiker
Jürgen Mlynek aus der Forschung ins Forschungsmanagement,
an die Spitze der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2005
ist er als Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft der Großforschungszentren
verantwortlich für einen Etat von 2,8 Milliarden
Euro und fast 28 000 Mitarbeiter.
Vor mehr als 2000 Jahren begründete Herophil von Chalcedon die
Humananatomie – die Lehre vom Aufbau des menschlichen Körpers.
Der Arzt beschrieb als Erster die Architektur unseres Gehirns, die Hirnnerven
sowie die Netzhaut. Seine Methoden waren
alles andere als zimperlich.