Astronomie vor Galilei - Spektrum der Wissenschaft Dossier 4/2006
Wenn von der Himmelsscheibe von Nebra, dem steinzeitlichen Sonnenobservatorium in Sachsen-Anhalt oder arabischen Astronomen des Mittelalters die Rede ist, wird klar: lange bevor Galilei mit seinem kleinen Teleskop die Himmelskunde revolutionierte, machte die Erforschung des Kosmos gewaltige Fortschritte. Mit dem bloßen Auge, simplen Messgeräten und Schreibgerät bewaffnet, entwarfen die Forscher der Antike und des Mittelalters genaue Kalender, berechneten den Durchmesser der Erde sowie zukünftige Finsternisse und spekulierten über den Ursprung und die Struktur des Universums.
Archäologen, Historiker und Geodäten erkennen, dass unser modernes Weltbild ohne diese Grundlage kaum entstehen konnte. Wie spannend die Astronomie mit bloßem Auge noch heute ist, erfahren Ethnologen auf den Inseln der Südsee.
Im Dossier "Astronomie vor Galilei" hat Spektrum der Wissenschaft ein buntes Panorama der frühen Astronomie zusammengetragen, die immer wieder mit Religion, politischer Macht und dem Alltag der Menschen verknüpft war.
(14. Juli 2006)
Weitere Informationen finden Sie im Editorial des Heftes.
Inhaltsverzeichnis
Der geschmiedete Himmel
6
Die Himmelsscheibe von Nebra ist die älteste bekannte Darstellung der Gestirne – und diente in der Bronzezeit vermutlich als Kalender
Die Sonne im Visier der Jungsteinzeit
14
Eine Ringanlage in Sachsen-Anhalt erweist sich als das älteste bekannte Sonnenobservatorium. Kürzlich wurde es rekonstruiert
Die Weltkarte des Klaudios Ptolemäus – geodätisch entzerrt
16
Verzerrungen auf alten Karten sind nicht immer ein Hinweis auf die Ungenauigkeit antiker Landvermesser
Ein Gelehrter, den das Abendland übersah
22
Der ruhelose Universalgelehrte Al-Biruni bereiste den Nahen Osten und erreichte sogar Indien. Dabei machte er die genauesten astronomisch-geodätischen Beobachtungen seiner Zeit
Physik am Rande des Irrsinns
30
Lange vor Galilei führte der arabische Forscher Alhazen aufschlussreiche Experimente zur Optik und Astronomie durch
Die islamische Periode der Astronomie
38
Während des Mittelalters erlebte die Himmelskunde in islamischen Ländern eine erstaunliche Blüte
Arabisches am Sternhimmel
48
Mehr als 200 Sterne tragen arabische Namen. Deren Geschichte ist voller skurriler Missverständnisse
Der schwierige Weg von Ptolemäus zu Kopernikus
54
Muslimische Astronomen haben nicht nur die Texte griechischer Philosophen überliefert, sondern auch die kopernikanische Wende unseres Weltbilds mit eigenen Forschungen vorbereitet
Die Planetentafeln des Abraham Zacuto
62
Im 15. Jahrhundert schuf dieser jüdische Astronom ein Tabellenwerk, das die Seemacht von Spanien und Portugal stärkte
Astronomie und Geografie an der Wende zur Neuzeit
70
Die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus ermunterte Gelehrte dazu, das astronomische Weltbild zu revolutionieren
Leben mit den Sternen in Papua-Neuguinea
77
Die Manus, Inselbewohner in Ozeanien, nutzen bis heute Mond und Sterne als Kalender und Navigationshilfe

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