Fairness – Kooperation – Demokratie - Spektrum der Wissenschaft Dossier 5/2006
Was ist gut, richtig und erstrebenswert? Das muss jeder für sich selbst wissen, sagen wir mit unserer individualistischen Grundeinstellung. Optimal ist, was dem Willen aller Einzelpersonen am nächsten kommt. Aber wie verrechnet man die einzelnen Willensäußerungen zu einem Gesamtergebnis? Das ist schwierig, da Paradoxien praktisch unvermeidbar sind. Lesen Sie im ersten Teil, wie demokratische Wahlsysteme damit zu Rande kommen.
Was aber pflegt der Mensch anzustreben? Nur seinen ökonomischen Vorteil – wie die Ökonomen sagen oder spielt Gerechtigkeit doch eine Rolle? Wie sieht es mit dem Teilen und Helfen wirklich aus? Zu diesen und weiteren Themen finden Sie interessante Artikel im Dossier "Fairness – Kooperation - Demokratie".
(22. September 2006)
Weitere Informationen finden Sie im Editorial des Heftes.
Inhaltsverzeichnis
- DIE MATHEMATIK DER ENTSCHEIDUNG6
Wer wird Präsident?
6
Den Willen des Wählers in einem Wahlsystem konsistent wiederzugeben erweist sich als unmöglich.
Wer kommt ins Parlament?
13
Auch das bescheidenere Ideal einer proportionalen Sitzverteilung ist nur sehr näherungsweise erfüllbar.
Verhältniswahlrecht häppchenweise
19
In mexikanischen Wahlgesetzen finden sich Beispiele für Manipulationsversuche, für groben Unverstand - oder beides.
Wahlgleichheit – Muster ohne Wert?
22
Das Zuteilungsverfahren für Kreistagssitze in Bayern missachtet ohne Not einen elementaren Gleichheitsgrundsatz.
Die Mathematik der Gerechtigkeit
24
Ein einleuchtendes Kriterium hilft gute von schlechten Aufteilungsverfahren zu scheiden.
- EXPERIMENTELLE ÖKONOMIE32
Handel mit der Ungewissheit
32
Wirtschafts-Nobelpreis 2001: Wenn der Käufer über die Ware viel weniger weiß als der Verkäufer, ist das für beide ein Problem.
Das Täter-Opfer-Dilemma
34
Der Terroranschlag vom 11. September hat eine stillschweigende Übereinkunft zwischen Flugzeugentführern und Entführten außer Kraft gesetzt - mit gefährlichen Folgen.
Der "Homo oeconomicus" auf dem Prüfstand
36
Wirtschafts-Nobelpreis 2002: Experimentelle Ökonomie
Spiele auf Leben und Tod
42
Wirtschafts-Nobelpreis 2005: Konfliktstrategien
Märkte im Labor
46
Gütermärkte funktionieren, Finanzmärkte versagen.
Spekulationsblasen und Börsenkräche suchen - nahezu unvermeidlich - jeden Finanzmarkt heim, ob echt oder im Labor simuliert.
- ALTRUISMUS UND KOOPERATION55
Teilen und Helfen - Ursprünge sozialen Verhaltens
55
Fairness und Altruismus werden durch starke Emotionen gestützt.
"Reziproker Altruismus hält auch die Mafia zusammen"
58
Interview mit Ernst Fehr
Kommentar: Rache ist süß - und Nicht-Rache bequem
63
Aber den entsprechenden Emotionen nicht zu folgen ist schwer.
Hilfsbereitschaft unter Fremden
64
Altruistische Verhaltensweisen zeigen kulturelle Variation.
Der sprichwörtliche Samariter ist nicht nur Vorbild für christliches Handeln - sein Verhalten ist, mit kulturellen Variationen, unter den Menschen universell.
Tierische Geschäfte
72
Affen vergelten Gutes mit Gutem, führen Buch darüber und haben einen hoch entwickelten Sinn für Fairness – wie wir.
Die Neigung zu kooperativem Verhalten gehört zu unserem evolutionären Erbe. Auch die Schimpansen folgen ihr.
Ist der Mensch gut oder böse? - Essay
80
Das Böse als anthropologische Konstante ist ein obsoletes Konzept

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