Menschheit am Scheideweg - Spektrum der Wissenschaft Dossier 6/2006

Die Zeit wird knapp.

Die Welt steht vor großen Herausforderungen. Bei allmählich schwindenden Ressourcen müssen wir einen stetig steigenden Energiebedarf decken, ohne dabei das Klima zu gefährden. Noch immer wächst die Weltbevölkerung rapide und die ökonomische Kluft zwischen Nord und Süd vertieft sich. Durch Raubbau an der Umwelt geht in bedrohlichem Maße biologische Vielfalt verloren.

Noch haben wir es in der Hand, die Dinge zum Besseren zu wenden. Doch die Zeit wird knapp, da manche Entwicklungen – etwa im Klimabereich – sich dem Punkt nähern, an dem sie nicht mehr umkehrbar sind.

Das Dossier "Menschheit am Scheideweg" unternimmt eine Bestandsaufnahme der heutigen Situation und zeigt anhand von Hochrechnungen bis zum Jahr 2050 die möglichen Entwicklungen auf. Dabei möchte es jedoch nicht mit apokalyptischen Visionen schockieren. Vielmehr präsentieren Experten auf den jeweiligen Feldern Vorschläge, wie sich verbliebene Spielräume nutzen lassen, um das Ruder herumzureißen.

Am Ende steht ein „Aktionsplan für das 21. Jahrhundert“. Dabei geht es nicht um Zwangsmaßnahmen, sondern um die Schaffung von Anreizen für einen verantwortungsvollen Übergang in eine zwar gefährdete, aber noch rettbare Zukunft.

(3. November 2006)

Weitere Informationen finden Sie im Editorial des Heftes.

Inhaltsverzeichnis

Aktionsplan für das 21. Jahrhundert

 
6
Die Menschheit steht an einem einzigartigen Wendepunkt in ihrer Geschichte. Es ist eine Frage des Überlebens, schon jetzt die Weichen für die nächsten Jahrzehnte auf Nachhaltigkeit zu stellen.

Leben mit neun Milliarden Menschen

 
10
Die ungleiche Entwicklung der Weltbevölkerung birgt eine Menge Sprengstoff. Abhilfe verspricht nur ein breites Maßnahmenbündel.

Das Ende des Elends

 
18
Das Weltwirtschaftssystem benachteiligt die armen Länder. Dabei müsste heute niemand mehr Not leiden.

Die Globalisierung der Krankheit

 
28
In einer zunehmend vernetzten Welt verbreiten sich Krankheiten mit der Geschwindigkeit von Düsenflugzeugen. Dies erfordert ein System weltweiter Gesundheitsvorsorge.

Artenschutz ist bezahlbar

 
36
Rettungsmaßnahmen für das gefährdete biologische Erbe der Welt sollten sich auf Regionen mit der größte Artenvielfalt konzentrieren.

Weniger Energie – mehr Gewinne

 
44
Das massenhafte Verbrennen fossiler Energieträger ist – neben der Bedrohung für das Klima – auch pure Geldverschwendung.

Die große Chance der Kleinbauern

 
54
Der Schlüssel zur Bekämpfung von Hunger und Armut in den Entwicklungsländern sind erschwingliche Bewässerungssysteme für kleine, häusliche Landwirtschaftsbetriebe.

Gute Luft als Ware

 
60
Der Handel mit Emissionsrechten für Treibhausgase soll Umweltschutz für Unternehmen attraktiv machen.

Wirtschaft in einer begrenzten Welt

 
66
Auf Ausbeutung der Umwelt angelegte Wirtschaftsysteme passen nicht zu einem immer dichter bevölkerten Planeten. Die expandierende Weltwirtschaft stößt an die Grenzen des planetaren Ökosystems.

»Wir haben dreißig Jahre geschlafen«

 
74
Seit ihrer ersten Formulierung haben sich die »Grenzen des Wachstums« eindrucksvoll bestätigt – Interview mit Dennis L. Meadows

Die Kunst, in die Zukunft zu blicken

 
76
Eine neue flexible Szenariotechnik erlaubt, Leitlinien für die Politik zu formulieren, die unter fast allen Umständen gültig bleiben.
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