Dieser Ausgabe liegt kostenfrei das 130-seitige Spektrum Extra "Schwerelos - Europa forscht im Weltraum" bei. Zu den Themen des für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt erstellten Hefts gehören: In der Schwebe - Wie Forscher die Schwerkraft überwinden; Blinde Passagiere - Brachten Meteoriten das Leben zur Erde?; Alles relativ - Einsteins Theorien auf dem Prüfstand.
Das Phänomen Zeit ist so vielschichtig wie rätselhaft, weshalb wir ihm ab dieser Spektrum-Ausgabe eine vierteilige Serie widmen. Wir beleuchten den "Vergangenheitskult in Babylonien", die "Entdeckung des Fortschritts" und den Begriff der Zeit, wie er in den Naturwissenschaften verwendet wird. Den Beginn macht der renommierte Ägyptologe Jan Assmann. Was in unserer Sprache die Dreiheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist, so schreibt der renommierte Ägyptologe in der Titelgeschichte, das war in der ägyptischen Welt die Zweiheit von Neheh und Djet, in denen sich die Aspekte zyklische Wiederholung und ewige Dauer spiegeln.
Einen ungewöhnlichen Blick in das Universum werfen unterdessen drei US-Forscher, die sich einer neuen Art der Astronomie verschrieben haben. Weil Neutrinos, Boten ferner Welten, Materie fast ungehindert durchdringen, muss die Neugier der Wissenschaftler nicht mehr an den äußeren Begrenzungen kosmischer Phänomene halt machen. Schon jetzt können sie mit Hilfe der Neutrinoastronomie sogar ins Innere von Sternen blicken.
Außerdem im Heft: Klimawandel im Freilandversuch: Steigt die Kohlendioxidkonzentration in der Luft, reagieren Pflanzen auf überraschende Weise; Grenzenlose Kommunikation: Drahtlosnetze ohne feste Infrastruktur können jederzeit und überall für Verbindung sorgen; Ponzi-Pyramiden: Altanleger mit dem Geld von Neuanlegern zu bezahlen, ist eigentlich kriminell - doch manchmal ist es "vernünftig"; und vieles mehr
Das erste Genom einer ausgestorbenen Hominidenart konnte nun im Wesentlichen entziffert werden.
Interessant sind die Daten nicht nur für Urzeitforscher, sondern auch für Genetiker und Mediziner.
Machen wir’s den Pflanzen nach! Frei nach dem Motto der Csardasfürstin
haben Forscher eine Elektrode entwickelt, die mit Quantenpunkten
Sonnenlicht einfängt und durch die Elektrolyse von Wasser mit hoher Ausbeute
den mutmaßlichen Energieträger der Zukunft liefert: Wasserstoff.
Heidelberger Forscher konnten zeigen, dass sich die Präzision von Atominterferometern, die beispielsweise die Grundlage von extrem genauen Uhren bilden, um ein Vielfaches steigern lässt, wenn die Atome quantenmechanisch
miteinander verschränkt werden.
Ein schwebender Magnetring liefert einen neuen Ansatz für das saubere
Kraftwerk der Zukunft. Das Konzept verspricht Kernfusion ohne schädliche
Neutronenstrahlung, eines der größten Probleme bisheriger Reaktoren.
Dafür sind andere Herausforderungen zu meistern.
Da Neutrinos Materie fast ungehindert durchdringen, bringen sie
uns Nachricht aus dem tiefsten Inneren der Sterne. Allmählich gelingt es,
solche Botschaften zu entschlüsseln.
Der Entwicklungsbiologe Hans Schöler erklärt, wieso Stammzellforscher
wieder mehr Biologie studieren sollten, warum Patienten auf neue
Therapien
noch warten müssen und warum manch ethisches Verbot gerade
ethisch recht fragwürdig ist.
Komplexe Aufgaben ungleich auf beide Hemisphären des Gehirns zu verteilen, ist
keine biologische Neuerfindung beim Menschen. Schon Fische besitzen Seitenpräferenzen
- ein Zeichen für frühe Wurzeln unserer Rechts-links-Asymmetrie.
Vor bald 150 Jahren stieß Friedrich Miescher in Tübingen auf eine seltsame,
bislang unbekannte Substanz, die er Nuclein taufte. Er konnte
nicht wissen,
dass er damit den Startschuss für eine wissenschaftliche
Umwälzung gegeben hatte, die uns noch heute in Atem hält.
Anders als im Abendland nahm man die Zeit im Alten Ägypten nicht
als eine gerichtete
Größe wahr, die unablässig auf die Zukunft zuläuft,
sondern als ein Phänomen, dem zwei Aspekte eigen sind:
zyklische Wiederholung und ewige Dauer.
Spezielle Koordinaten für Größen, deren Summe konstant ist, können systematische Lösungen
für knifflige Aufgaben liefern und Raffinessen des Verhältniswahlrechts veranschaulichen.
Alte Anleger werden mit dem Geld der neuen ausgezahlt:
Das ist das betrügerische Prinzip der Ponzi-Pyramide,
die über kurz oder lang scheitern muss. Aber hinreichend
abstrakt betrachtet arbeitet die staatliche Rentenversicherung
nicht grundsätzlich anders.
Wie wird sich das kommende Treibhausklima auf die Biosphäre auswirken? Mit Freilandversuchen messen Forscher die Effekte von veränderten Niederschlägen, Temperaturen oder Kohlendioxidkonzentrationen auf Pflanzen - und finden teils Überraschendes.
Drahtlosnetze ohne feste Infrastruktur können jederzeit
und überall für Verbindung sorgen. Allerdings wirft ihre
Realisierung noch logistische Probleme auf.
Neuer Gelenkschutz statt Prothese, so lautet das Versprechen
von Christoph Gaissmaier, Arzt und Vorstand der Tetec,
eines Unternehmens, das aus körpereigenen (autologen) Knorpelzellen
Transplantate für Kniegelenksoperationen herstellt.
Entscheiden wir umso besser, je mehr Informationen wir berücksichtigen? Nein,
sagt der Psychologe Thorsten Pachur von der Universität Basel. In vielen
Situationen bringen einfache Faustregeln sogar mehr als aufwändige Analysen.
Erfolgreiche Pokerspieler und Börsenmanager wissen das längst.