Spektrum der Wissenschaft Juli 2011

Im Zellkern geht es drunter und drüber: Chromosomen wie auch einzelne Gene wechseln immer wieder ihren Ort – mit erstaunlichen Auswirkungen. Tom Misteli vom National Cancer Institute in Maryland, USA, berichtet in unserer Titelgeschichte Das Innenleben des Genoms, dass diese variable Architektur an der Ausdifferenzierung embryonaler Stammzellen ebenso beteiligt ist wie am Entstehen von Krankheiten wie Krebs.

Eins zu eins lässt sich Forschung nicht umsetzen, sagt Erwin Neher im Interview mit "Spektrum der Wissenschaft". Der Medizin-Nobelpreisträger fordert, dass Wissenschaftler über Schwerpunkte der Forschungsförderung mehr mitbestimmen sollten, und erläutert, weshalb die Öffentlichkeit nicht immer perfekte Kommunikation, sehr wohl aber gute Ergebnisse erwarten darf – und wie ein Forscher mit Frustrationen umgeht.

Außerdem im Heft:
Mit Pulsaren auf der Jagd nach Gravitationswellen: Der erste direkte Nachweis steht kurz bevor; Was ist gerecht? Mit Julian Nida-Rümelins Essay führen wir unsere Serie Philosophie fort; Vorboten des Ich-Verlusts: Beruht Schizophrenie auf fehlerhaften Umbauten im Gehirn während der Pubertät?; und vieles mehr

Editorial

Inhaltsverzeichnis

Leserbriefe

Spektrogramm

Bild des Monats

Forschung Aktuell

Karte des Wellengangs

Umzug der Winde

 
14
Im Lauf auf der letzten Jahrzehnte nahm der Wind über den Meeren zu, während er über Land abflaute. Neben veränderten großräumigen Luftströmungen scheint auch vermehrte Aufforstung eine Rolle dabei zu spielen – nicht jedoch die globale Erwärmung.
künstliche Augenbecher

Augen aus der Retorte

 
16
Komplexe Organe im Labor zu züchten, ist bislang weit gehend ein Wunschtraum. Doch nun schufen japanische Forscher eine komplette Netzhaut – mit Hilfe embryonaler Stammzellen von Mäusen.
Die nie gestartete Pioneer-H-Sonde

Mysteriöse Bremskräfte aufgedeckt

 
19
Die altgedienten Raumsonden Pioneer 10 und 11 werden von einer Kraft verlangsamt, über die Wissenschaftler lange gerätselt haben. Nun hat das Spekulieren über eine mögliche "Neue Physik" ein Ende: Die Raumsonden strahlen lediglich ihre Wärme ungleichmäßig ab.
Ratte

Das Lachen der Ratten

 
22
Hochfrequente Lautäußerungen von Nagetieren offenbaren nicht nur deren Stimmung, sondern helfen auch, autistische Menschen besser zu verstehen.

Springers EINWÜRFE

Forschung Aktuell

Twitterbaum

Der vernetzte Baum

  (kostenfrei)
26
Eine 150 Jahre alte Eiche in Erlangen hat eine "Stimme" bekommen: Sie wurde mit modernsten Messgeräten ausgestattet, die über ihr Dasein berichten – und gleichzeitig wertvolle Daten für das Forschungsprojekt "Bäume im Klimawandel" liefern.

Themen

Chromosome

Das Innenleben des Genoms

 
28
Im Zellkern geht es drunter und drüber: Chromosomen wie auch einzelne Gene wechseln immer wieder ihren Ort – mit erstaunlichen Auswirkungen. Die variable Architektur ist an der Ausdifferenzierung embryonaler Stammzellen ebenso beteiligt wie am Entstehen von Krankheiten wie Krebs.
Nervenzellen im Gehirn eines Schizophrenen

Vorboten des Ich-Verlusts

 
36
Die ersten Symptome von Schizophrenie treten in vielen Fällen kurz nach der Pubertät oder bei jungen Erwachsenen auf. Einiges deutet darauf hin, dass es schon frühere Anhaltspunkte für die Erkrankung gibt. Ist es daher sinnvoll, potenzielle Vorstadien zu diagnostizieren und vorbeugend zu therapieren?

Interview

Erwin Neher

"Eins zu eins lässt sich Forschung nicht umsetzen"

 
42
Im Interview fordert der Medizin-Nobelpreisträger Erwin Neher, dass Wissenschaftler über Schwerpunkte der Forschungsförderung mehr mitbestimmen sollten und erklärt, wie ein Forscher mit Frustrationen umgeht.

Themen

Planeten mit Pulsaren wiegen

Mit Pulsaren auf der Jagd nach Gravitationswellen

  (kostenfrei)
48
Bestimmte Neutronensterne lassen sich als äußerst genaue kosmische Uhren nutzen. Mit ihrer Hilfe wollen Astronomen nun die Existenz von Gravitationswellen direkt nachweisen. So genannte Pulsar Timing Arrays werden es sogar erlauben, die Signale verschmelzender Schwarzer Löcher aufzufangen.

Schlichting!

Themen

Justitia

Was ist gerecht?

 
62
Gerechtigkeit war für Platon die höchste Tugend, sowohl des Staats als auch der einzelnen Person. Für den bedeutendsten Gerechtigkeitstheoretiker des 20. Jahrhunderts, John Rawls, ist es ebenfalls der Gerechtigkeitssinn der Bürger, der ein demokratisches Gemeinwesen zusammenhält.
Menschenrechte

Streitpunkt Menschenrechte

 
70
Im Zeitalter der Aufklärung entstand die Idee, jeder Mensch habe ohne Ansehen der Person die gleichen fundamentalen unveräußerlichen Rechte. Dieses Konzept ist zur Grundlage aller modernen freiheitlichen Verfassungen geworden. Seine theoretische Basis ist jedoch bis heute unsicher.

Mathematische Unterhaltungen

Möbiusband

Das Rätselkabinett des Heinrich Hemme

 
76
Ein Besuch bei dem produktivsten Autor und fleißigsten Sammler der Unterhaltungsmathematik

Themen

Cumulus-Wolken

Wolken im Klimawandel

  (kostenfrei)
80
Prognosen zur globalen Erwärmung sind immer noch relativ unsicher. Das liegt vor allem an dem schwer fassbaren Verhalten der Wolken. Neue experimentelle Ansätze versprechen jedoch Abhilfe.
Cornelis Drebbel

Cornelis Drebbel: Ein vergessener Pionier der Moderne

 
88
Er baute das erste Unterseeboot, den ersten Thermostat und eines der ersten Mikroskope. Wer war dieser rastlose Erfinder, den im 17. Jahrhundert ganz Europa kannte, aber heute kein Schulbuch mehr nennt?

Wissenschaft im Rückblick

Rezensionen

Zukunft 2050

Ein Parforceritt durch die nächsten 40 Jahre

 
98
Reinhard Löser über "Zukunft 2050" von Ulrich Eberl
Nature-Lexicon Bäume und Sträucher

Elektronisches Bestimmungsbuch mit Tücken

 
99
Frank Thommen über das elektronische "Nature-Lexicon Bäume und Sträucher" der InnoMoS GmbH
Connected!

Der Netzwerkmensch

 
103
Sabrina Hüttermann über "Connected!" von Nicholas A. Christakis und James H. Fowler

Vorschau

Weitere Rubriken

NASA / ESA / STScI, S. Beckwith und das HUDF-Team; Sonne: SOHO; Quantenschaum: MPI für Gravitationsphysik; Bearbeitung: SuW-Grafik

Die Quanten der Schwerkraft

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Für drei fundamentale Kräfte wissen wir bereits, dass die klassische Physik durch die Quantenphysik ersetzt werden muss, um die Vorgänge in der Natur zu beschreiben. Wie sieht es aber bei der vierten fundamentalen Kraft aus, der Gravitation? Unseren Plus-Artikel lesen Abonnenten kostenfrei.
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