Spektrum der Wissenschaft März 2009

Die Theorie des Unendlichen besitzt in der Praxis größte Bedeutung. Mancher aber wirft ihr vor, sie sei nur ein Produkt wissenschaftlicher Willkür. In der März-Ausgabe von "Spektrum" stellen wir nun eine überraschende Antwort auf die Frage nach der Gültigkeit von Georg Cantors Kontinuumshypothese vor. Sie nämlich könnte diese Kritik entkräften – und bringt möglicherweise sogar tiefere Wahrheiten ans Licht.

Einem in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenen Thema widmet sich ein weiterer Beitrag: Sind solare Superstürme eine verkannte Gefahr? Neue Untersuchungen belegen, dass geomagnetische Störungen unserer technisierten Zivilisation stark zusetzen könnten. Möglicherweise müssten wir mit Folgeschäden für Satelliten und Stromnetze in Höhe Dutzender von Milliarden Euro rechnen.

Im Interview stellen wir diesmal den weltweit renommierten Ameisenforscher Bert Hölldobler vor. Der derzeit in Arizona forschende Spitzenwissenschaftler setzte Maßstäbe in der experimentellen Verhaltenphysiologie und Soziobiologie. In "Spektrum" spricht er über seine Lieblinge, die "zweifellos zu den wichtigsten Tieren in allen terrestrischen Ökosystemen" gehören. Fehlten nämlich manche Ameisenarten, wüchsen die Populationen Pflanzen fressender Insekten explosionsartig an. Als Folge würden die Pflanzen aussterben – und danach die Pflanzenfresser.

Außerdem im Heft: "Venus-Romantik", neue Therapien gegen Brustkrebs, die "Geburt eines Ozeans" sowie ein Überblicksbeitrag über den gegenwärtigen Entwicklungsschub bei Elektrofahrzeugen.

Editorial

Inhaltsverzeichnis

Leserbriefe

Spektrogramm

Bild des Monats

Forschung Aktuell

Springers EINWÜRFE

Themen

© Pat Rawlings, SAIC

Solare Superstürme - die verkannte Gefahr

  (kostenfrei)
24
Wiederholt sich der große Sonnensturm von 1859, drohen Milliardenschäden an Satelliten und Stromversorgungsnetzen. Denn noch schützen wir uns nur unzureichend gegen geomagnetische Störungen, obwohl bereits Ausbrüche mittlerer Stärke die globale Energie- und Kommunikationsinfrastruktur in Mitleidenschaft ziehen können.

Schlichting!

© Richard Zinken

Schnell und schmerzlos – Physik am Morgen

 
32
Über eine nicht ganz gesellschaftsfähige, aber physikalisch hochinteressante Methode, heiße Getränke zu kühlen

Physikalische Unterhaltungen

© Christoph Pöppe, nach Norbert Treitz

Romantische Venusnächte im Erdenschein

 
33
Venus hat mit ihrem Umlauf und ihrer Rotation besondere Resonanzverhältnisse zum Erdumlauf. Da könnte ein erdsüchtiger Venusbewohner immer wieder ein eindrucksvolles Himmelsschauspiel genießen.

Themen

© Lisa Apfelbacher

Fortschritte in der Brustkrebstherapie

 
38
Die Überlebensrate beim Mammakarzinom steigt seit den frühen 1990er Jahren stark an. Nun könnte dank der neuesten zielgerichteten Medikamente sogar der Wunschtraum einer auf den individuellen Tumor zugeschnittenen Behandlung in Erfüllung gehen.
© Spektrum der Wissenschaft / Mark Skalny

Der Ameisenfreund

 
46
"Man urteilt nie, bevor man etwas nicht genau untersucht hat" – Bert Hölldobler erforscht seit über 50 Jahren die Welt der Ameisen. Ein Gespräch mit dem weltbekannten Myrmekologen
© Linas Vepstas

Wie real ist das Unendliche?

 
54
Die seit 120 Jahren ungelöste Frage nach der Kontinuumshypothese nähert sich einer überraschenden Antwort. Das liefert gute Gründe für die Annahme, dass die Theorie des Unendlichen kein Produkt wissenschaftlicher Willkür ist, sondern tiefe Wahrheiten ans Licht bringt.
Notenschlüssel

Die Biologie des Wohlklangs

 
64
Mal traurig, mal fröhlich, dissonant oder harmonisch – Musik stürzt uns in ein Wechselbad der Gefühle. Dies sei erlerntes Verhalten, lehrt die Musikpsychologie. Eine natürliche Wirkung von Obertönen, glauben die Autoren.

Im Rückblick

Essay

© MR. 9 / fotolia

Manche Schwäne sind grau

 
72
Woher wissen wir, dass alle, wirklich alle Schwäne weiß sind? Selten lassen sich wahr und falsch so eindeutig feststellen, wie man möchte. Vielleicht brauchen wir eine realistischere Definition von wissenschaftlicher Wahrheit.

Themen

© Eitan Haddok

Die Geburt eines Ozeans

 
78
Werden Sie Zeuge dieses höchst seltenen Ereignisses, das derzeit in einer der heißesten und unwirtlichsten Regionen der Erde stattfindet! Auf den folgenden Seiten können Sie das Gebiet gefahrlos besuchen und hautnah miterleben, wie ein Kontinent auseinanderbricht.

Wissenschaft im Alltag

Eins, zwei, MP3

 
86
Dank der Erkenntnisse der Psychoakustik lassen sich ganze Plattensammlungen auf einem Speicherchip unterbringen.

Themen

© Subaru

Die Zukunft fährt elektrisch

  (kostenfrei)
88
Billiges Öl und überall verfügbarer Kraftstoff haben dem Auto mit Verbrennungsmotor einen Massenmarkt bereitet. Jetzt führen neue Technologien zu einer Renaissance der Elektrofahrzeuge.
© Brian Maranan Pineda

Sensible Bildschirme

 
96
Nicht nur Stoff für Sciencefiction-Filme: große transparente Displays, auf denen mit Berührungen und Gesten virtuelle Objekte und Dokumente bewegt werden. Bald könnten Computer ohne Maus und Tastatur auskommen.

Wissenschaft und Karriere

© Siemens AG

"Von der Forschung bis zur Produktion"

  (kostenfrei)
100
Seit acht Jahren forscht Martin Stetter bei der Siemens Corporate Technology in München über wissensbasierte Medizin, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Demnächst wechselt der "Siemens-Forscher des Jahres 2008" an die Fachhochschule Weihenstephan.

Rezensionen

Gute Ideen, leider 2000 Jahre zu früh

 
102
Reinhard Breuer über "Die Sonne im Zentrum" von Thomas Bührke

Elektrische Schläge statt Küsse

 
102
Frank Schubert über "Heilende Magnete – strahlende Handys" von Roland Glaser

Mathe mal anders

 
103
Christoph Marty über "Wie man den Jackpot knackt" von Edward B. Burger und Michael Starbird

Kinderspiel mit Tiefgang

 
104
Maud Hettinger über "Wie man einen Schokoladendieb entlarvt … und andere mathematische Zaubertricks" von Carla Cederbaum

Und täglich grüßt die Glosse

 
105
Maike Pollmann über "Das Murmeltier-Buch - Und täglich grüßt die Wissenschaft" von Sylvia Borchardt, Erika Schow und Jens Simon (Hg.)

Vorschau

Weitere Rubriken

© Carsten Reisinger / Fotolia [M]

Warum das Gehirn kein Schweizer Taschenmesser ist

  ist PLUS
Bunte Bilder aus dem Hirnscanner sind heute allgegenwärtig. Doch die leuchtenden Farben verleiten uns zu falschen Vorstellungen vom Denkorgan: fünf Gründe für mehr Scannerskepsis.
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