War der Urknall "nur" die Folge einer vorangegangenen Implosion, haben Raum und Zeit also schon früher existiert? Martin Bojowald, der gerade das Buch "Zurück vor den Urknall" veröffentlichte, ist führend an der Erforschung der Schleifen-Quantengravitation und damit zusammenhängender kosmologischer Fragen beteiligt. In der Titelgeschichte der aktuellen Spektrum-Ausgabe berichtet er über seine Ergebnisse - und vor allem auch darüber, wie sie sich experimentell bestätigen lassen.
Außerdem im Heft: ein Porträt des Grabungsleiters in Troja, Ernst Pernicka, Hitzeschockproteine zur Impfung gegen Krebs und das Yang-Mills-Problem, dessen Lösung dem höchst erfolgreichen Standardmodell der Teilchenphysik ein solides mathematisches Fundament verschaffen könnte. Viel Spaß beim Lesen!
Unser Universum hat vielleicht mit einem "Big Bounce"
begonnen –
mit einem großen
Sprung oder Rückprall. Der
Urknall wäre demnach die
explosive Folge einer noch
früheren Implosion, verursacht
durch exotische Quanteneffekte.
Damit sich Licht- und Schattenstraßen über das
abendliche Firmament erstrecken, bedarf es
tief liegender Wolken und vieler Wassertröpfchen
als "Leinwand".
Kritiker werfen ihr vor, Dinge zu behaupten, die sich jeder
Prüfung entziehen. Doch die Stringtheorie ist auf dem
Weg zur Weltformel erfolgreich wie keine andere.
Möglicherweise zwingt sie die Physik allmählich zu einem
Paradigmenwechsel.
Ihre neu entdeckten Funktionen in der Immunabwehr
machen die Hitzeschockproteine zu
wichtigen Verbündeten im Kampf gegen Krebs,
Infektions- und Autoimmunkrankheiten.
Eine raffinierte Kombination von Optik und Gentechnik versetzt
Neurowissenschaftler in die Lage, Schaltkreise im Gehirn
mit ungeahnter Präzision zu kartieren – und sogar zu steuern.
Mit Verfahren der Kosmochemie hoben Naturwissenschaftler wie Ernst Pernicka
in den 1970er Jahren eine neue Wissenschaft aus der Taufe: die Archäometrie.
Heute gehört Pernicka nicht nur zu den weltweit führenden Archäometallurgen,
sondern leitet auch das internationale Grabungsteam in Troja.
Die moderne Theorie der Elementarteilchen, die Quanten-Yang-Mills-Theorie, vermag
die experimentellen Befunde mit unerhörter Genauigkeit wiederzugeben, es
fehlt ihr jedoch bisher ein solides mathematisches Fundament. Über dessen Gestalt
gibt es nur sehr nebelhafte Vorstellungen.
Ackerboden zu bestellen, ohne ihn umzupflügen, bringt viele Vorteile.
Weltweit stellen sich immer mehr Landwirte auf diese Methode der so
genannten
Direktsaat um. Auch bei uns gewinnt sie langsam Zuspruch.
Künftige Sicherheitstechnik wird Autofahrern immer mehr Entscheidungen abnehmen.
Wissenschaftler und Ingenieure glauben, auf diese Weise Fahrfehler verhindern
und die Zahl der Unfälle reduzieren zu können.
Prof. Dr.-Ing. Udo Ungeheuer ist seit 2004 Vorstandsvorsitzender
des Glas- und Technologiekonzerns Schott. Wer ihn beim Interview sieht - er trägt ein Sakko in Firmenfarben mit aufgenähtem Namen - könnte ihn auch für einen Schichtleiter halten.
Anders als viele meinen steht auch unsere eigene Evolution
nicht still. Körper und Gehirn haben sich noch in den
letzten Jahrtausenden verändert, und sie werden das weiter
tun. Die Frage ist aber: in welcher Weise?