Im Bann der Wüste - Spektrum der Wissenschaft Spezial 2/2011

in Kooperation mit DAI
Das Ringen um Wasser prägte die Hochkulturen des Altertums
Ein üppiger Garten, in dem an Wasser kein Mangel herrscht und reichlich essbare Früchte wachsen – viele Religionen kennen Vorstellungen von einem Paradies, das die Menschen einst verloren haben oder das in einem besseren Jenseits auf sie wartet. Es dürfte ein uralter Traum sein, der gerade in den frühen Hochkulturen einen scharfen Kontrast zur Lebenswirklichkeit bot: Oft entstanden diese Zivilisationen im steten Ringen um Wasser und Nahrung in einer kargen Umwelt. Der Nil etwa bildete nicht mehr und nicht weniger als eine Flussoase: einen Streifen Grün inmitten lebensfeindlicher Wüste. Das Leben im Bann der Wüste prägte nicht nur Altägypten. Die Knappheit des Wassers in den ariden und semiariden Gebieten scheint die Kulturentwicklung in den verschiedensten Regionen der Erde oft beflügelt zu haben.
(14. Juni 2011)

Weitere Informationen finden Sie im Editorial des Heftes.

Inhaltsverzeichnis

In der "Höhle der Bestien"

 
6
Felsbilder in der Libyschen Wüste berichten von einer Zeit, in der die Sahara noch grün war. Ob diese Kultur jene des alten Ägypten prägte, als zunehmende Trockenheit die Menschen ins Niltal drängte, darüber rätseln Forscher noch

Die ersten Karawanen

 
14
Seit der Jungsteinzeit durchquerten Nomaden mit ihren Herden die Wüstensteppen Vorderasiens. Mit den Jahrhunderten erschlossen sie ein Handelsnetz, das die Ansiedlungen in den fruchtbaren Gebieten durch Lasttiere miteinander verband

Trauben in der Wüste

 
18
Im 4. Jahrtausend v. Chr. boomte die Kupfer- und Schmuckindustrie in Tell Hujayrat al-Ghuzlan, einer Siedlung am Golf von Akaba. Archäobiologen versuchen zu verstehen, wie ein solches Gemeinwesen mitten in der Wüste Bestand haben konnte

Kollaps oder Niedergang?

 
22
Was läutete einst das Ende des Alten Reichs ein? Manche Experten glauben an ein allmähliches Siechtum infolge gesellschaftlicher Fehlentwicklungen, andere an einen plötzlichen Zusammenbruch auf Grund eines Klimawandels

Die Induskultur- vom Hochland zur Schwemmebene

 
32
Bis heute gibt die Entstehung der frühen Hochkultur am Indus den Archäologen Rätsel auf. War sie etwa ein Import aus Mesopotamien? Ausgrabungen im trockenen Hochland zeigen: Ihre Wurzeln hatte diese Zivilisation am Oberlauf des großen Stroms

Wasser in der Wüste

 
38
Das legendäre Königreich von Saba verdankte seinen Reichtum nicht nur dem Weihrauchhandel – sondern auch dem Knowhow in der Bewässerungstechnik. Kein Wunder, dass der Große Damm von Marib heute eine Touristenattraktion ist!

Kolonisation oder Kulturtransfer?

 
44
Ein Heiligtum des sabäischen Reichsgottes Almaqah wirft ein neues Licht auf eine alte Diskussion: Gründeten arabische Kaufleute im fruchtbaren Hochland am Horn von Afrika eine Kolonie? Oder importierten einheimische Könige sabäische Traditionen?

Hamadab – Leben am oberen Nil

 
50
Unweit der prächtigen Tempel und Paläste von Meroe stießen Archäologen auf die Ruinen einer Kleinstadt - jetzt erforschen sie den Alltag des Mittelstands im Reich von Kusch

Resafa - Pilgerstadt und Kalifenresidenz am Rand der Wüste

 
58
Noch heute beeindrucken die Ruinen von Resafa, Kultstätte des von Christen und Muslimen gleichermaßen verehrten Märtyrers Sergios. Der Aufstieg zu einem Pilgerzentrum der Spätantike ermöglichte den Bau prächtiger Basiliken, erforderte aber auch die Anlage großer Zisternen zur Wasserversorgung

Barbaren der Wüste

 
66
Nachdem Roms Nordgrenze dem Ansturm der "Völkerwanderung" nachgegeben hatte, begann in den nordafrikanischen Provinzen die Zeit der Vandalen und Mauren

Kulturentwicklung als Überlebensfrage

 
72
Im Großprojekt "Anden-Transekt" gehen Archäologen und Naturwissenschaftler der Frage nach: Wie entstanden die ersten Hochkulturen Südamerikas - und was war der Grund für ihren Untergang?
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