Gold! Gold! Gold! Die Sänfte des Herrschers glänzte golden. Die Tempelwände waren mit Goldblechen verkleidet. Ein Innenhof mit Bäumen, Tieren, Menschen, nachgebildet aus Gold. Die Goldpailletten des königlichen Gewandes machten der Sonne Konkurrenz. Die Herrscherin war in Lebensgröße aus Gold nachgebildet. Gold! Gold! Gold!
1524 legten zwei Konquistadoren in Panama, die nicht lesen und schreiben konnten, ihre Barschaften zusammen, um eine Expedition ins legendäre Goldland Pirú zu finanzieren. Francisco Pizarro und Diego de Almagro wollten den ganz großen Coup landen. Der Dritte im Bunde, der Gouverneur Pedrarias Dávila von Castilla del Oro, erhob die beiden zwecks Reputation – gegen Zusage der gleichberechtigten Teilhabe an den zu erwartenden Goldschätzen – in den Rang eines Hauptmanns; er wird später mit 1000 Pesos abgespeist. Nach einigen vergeblichen Expeditionen erreichten die Hasardeure zwischen 1526 und 1528 die peruanische Küste.
Auf der Hahneninsel vor der Küste Ecuadors hielt Pizarro die erste überlieferte Blut-und-Tränen-Rede der Neuzeit an seine entkräfteten und entmutigten Soldaten:
Michael Zick war Redakteur bei "Bild der Wissenschaft" und freier Wissenschaftsjournalist. Seine berufliche Leidenschaft galt der Archäologie und Kulturgeschichte. 2002 wurde seine Arbeit mit dem Theiss-Archäologie-Preis geehrt. Er verstarb am 29. November 2011 im Alter von 70 Jahren. 
