Auf den "Omiks" wird gerade viel herumgehackt. Die "New York Times" und das "Wall Street Journal" beispielsweise machten sich im letzten Jahr des Öfteren über die ständig wachsende Zahl wissenschaftlicher Begriffe lustig, die auf "-om" enden - tatsächlich existieren davon inzwischen Tausende. Ein Forscher hat mittlerweile sogar einen "Badomics"-Generator ins Internet gestellt, der die Endung wahllos an Begriffe aus der Biologie hängt und damit erschreckend plausible Titel für wissenschaftliche Papers schafft. Um nur ein Beispiel zu nennen: "Sequenzierung des Bacteriostaticoms gewährt Einblicke in Evolution und Umwelt". Der Mikrobiologe Jonathan Eisen von der University of California in Davis vergibt in seinem Blog regelmäßig Preise für überflüssige neue Begriffe aus der Forschung. Neuster Gewinner ist die "Circadiomik" (CircadiOmics) für die am zirkadianen Rhythmus beteiligten Gene. Dabei fing alles ganz klein an: Als Hans Winkler 1920 in der Botanik den Begriff "Genom" für ein Chromosomenset schuf, konnte er nicht ahnen, welche Welle er 1920 lostreten würde. Auch damals gab es schon andere "Ome", wie das Biom (Sammlung von lebenden Dingen) und das Rhizom (Wurzelsystem). Viele der Begriffe gehen auf die griechische Endung "-om" zurück, die so viel bedeutet wie "ähnlich sein". Durch die Verherrlichung des Genoms in milliardenschweren Initiativen wie dem Humangenomprojekt wurde mittlerweile jedoch ein Trend in Bewegung gesetzt, meint die Linguistin und Medizininformatikerin Alexa McCray von der Harvard Medical School in Boston in Massachusetts. "Mit dieser Endung wird man Teil einer brandneuen, spannenden Wissenschaft." Die Forscher erkannten auch das Marketingpotenzial dieser inspirierenden Nachsilbe, meint Eisen. "Sie betrachten es als eigenes Forschungsfeld, das eine eigene Finanzierungsquelle braucht." So manche Omik-Projekte, wie die "Museomik" (Sequenzierungsprojekt archivierter Proben) oder die nicht ganz ernst gemeinte "Ciliomik" (Analyse der gekringelten, haarähnlichen Anhänge mancher Zellen) ernten bereits Skepsis und Verwunderung. Aber Wissenschaftler bestehen darauf, dass einige der "Omiks" schon Sinn machen. "Die Mehrzahl wird nichts bringen, einige aber schon. Das wird sich ausgleichen," meint Eugen...