Interview
Antirealistischer Querdenker
Schon als Teenager rebellierte Leonard Susskind gegen herkömmliche Ansichten. Heute ist er davon überzeugt, dass unsere Erkenntnisfähigkeit die Wirklichkeit niemals ganz zu erfassen vermag.
Jahrelang bestritt er Stephen Hawkings Annahme, dass Schwarze Löcher Objekte nicht nur verschlingen, sondern auch die in ihnen steckende Information unwiederbringlich vernichten – und damit die Quantenmechanik verletzen. Am Ende war es Hawking, der nachgab.
Susskind trug auch zu dem modernen Konzept der Paralleluniversen bei, indem er den Begriff einer "Landschaft" von Stringtheorien prägte. Das zerstörte den Traum der Physiker, das Universum lasse sich als eindeutiges Ergebnis von Grundprinzipien erklären. Letztlich meint Susskind, dass die Realität


Peter Byrne ist Journalist in Nordkalifornien und
Verfasser des Artikels "Die Parallelwelten des
Hugh Everett" in Spektrum der Wissenschaft
4/2008, S. 24. Daraus ist sein aktuelles Buch
"Viele Welten – ein Familiendrama zwischen Kaltem
Krieg und Quantenphysik: Das faszinierende
Leben des Hugh Everett III" (Springer, Heidelberg
2012) hervorgegangen.
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1. Nichts Neues
09.03.2012, Walter Weiss, KasselDie Entwicklung des menschlichen Gehirns in der Evolution ist seit mindestens 200 000 Jahren abgeschlossen. Unser Denkapparat kann also allergünstigstenfalls diejenigen Werkzeuge enthalten, die der menschlichen Umwelt in der Zeit vor 200 000 Jahren - soweit die menschlichen körperlichen Sinne reich(t)en - entsprachen. Und wenn die gesamte naturwissenschaftliche Forschung ja allein darauf gerichtet ist, die Welt außerhalb der Reichweite der menschlichen Sinne zu erforschen, dann kann niemand begrifflich die daraus resultierenden Ergebnisse verstehen, sondern allenfalls mit mathematischen Formeln beschreiben.
Warum also wieder einmal die Unmöglichkeit menschlichen Verstehens als besondere (und angeblich neue) Erkenntnis zum Gegenstand eines Artikels machen?