Zehntausende Tonnen Schutt aus Japan treiben gerade über dem Pazifik - ein Erbe der Tsunamis 2011. Biologen schätzen sie als großes Experiment und fürchten die Folgen.
Die Autorin ist freie Wissenschaftsjournalistin in Portland.
Als im letzten Juni ein 165 Tonnen schwerer Block aus Stahl und Beton an die Küste Oregons geschwemmt wurde, erschrak Jessica Miller einigermaßen heftig: Das Gebilde, das einst den Teil einer Hafenanlage im japanischen Misawa bildete und über den Pazifik getrieben war, barst vor Leben, obwohl es 15 Monate auf hoher See schwamm. "Es war surreal", erzählt Miller, die als Marineökologin an der Oregon State University in Newport arbeitet. Sie entdeckte zehntausende Organismen, die das Trümmerteil teilweise bis zu 15 Zentimeter dick überzogen - darunter Braunalgen, rosafarbene Seepocken und garnelenartige Kreaturen aus der großen Gruppe der Flohkrebse. Im Dezember 2012 landete dann ein zweiter großer Brocken aus einem japanischen Hafen an der Küste des US-Bundesstaats Washington an, der ebenfalls von Lebewesen übersät war. Zudem wird laufend weiterer Schutt an die Strände der US-Westküste...
Wenn Sie "Spektrum - Die Woche" zwei Wochen lang kostenlos und völlig unverbindlich testen möchten, bestellen Sie einfach hier ein kostenloses Schnupperabonnement. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an service@spektrum.com