Thorium ist einfach ein Wundermaterial, heißt es immer wieder: Das Element könnte in einer neuen Generation von Kernreaktoren zum Einsatz kommen, und dort sicher, effizient und CO2-arm Energie erzeugen. Darüber hinaus gilt es als ungeeignet für eine militärische Zweitverwertung. Denn anders als Uran taugt das Material zunächst nicht für einen Einsatz in Atomwaffen. Diese Sichtweise halten wir allerdings für zu einseitig. Natürlich hat Thorium die genannten Vorteile. Dabei wird aber leicht vergessen, dass bestrahltes Thorium in der Tat zu waffenfähigem Uran umgewandelt werden kann. Es sind dazu nicht einmal große Laboreinrichtungen notwendig. Staaten mit einem Interesse an Atomwaffen könnten folglich mit dieser Technologie die Regeln zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen unterlaufen. Über den genauen Umfang der weltweiten Thoriumlagerstätten ist nur wenig bekannt, allerdings geht man heute davon aus, dass das silbrig-weiße Metall etwa drei- bis viermal häufiger vorkommt als Uran. Wo Seltene Erden abgebaut werden, fällt es oft als Nebenprodukt an. Größere Vorkommen wurden bislang in Australien, Brasilien, der Türkei, Norwegen, China, Indien und den USA entdeckt. Die drei letztgenannten...