Eigentlich müsste die gegenwärtige Warmzeit innerhalb der kommenden 1500 Jahre enden. Denn die sommerliche Sonneneinstrahlung auf der Nordhalbkugel befindet sich wegen der Bahnbewegungen der Erde derzeit in einem Minimum. Die ansteigende Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre verhindert jedoch über den globalen Treibhauseffekt, dass die nächste Vereisung einsetzt, behaupten Wissenschaftler um den Geografen Chronis Tzedakis vom University College London


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1. Strahlungsminimum derzeit nicht minimal
07.03.2012, Steffen Eckmann, DüsseldorfDiese Aussage ist nicht korrekt. Zwar befindet sich die Erde Anfang Juli in Sonnenferne, die entfernungsbedingte Reduktion der Einstrahlung wird jedoch teilweise durch die langsame Orbitalbewegung der Erde um die Sonne kompensiert. Immerhin ist das nördliche Sommerhalbjahr (Frühlingsanfang bis Herbstanfang) um 7 Tage länger als das Winterhalbjahr. Außerdem ist die jetzige Exzentrizität der Erdbahn mit 0,0167 klein (bei leicht abnehmender Tendenz) in Relation zum Maximum bei 0,05. Verglichen mit dem Zustand maximaler Exzentrizität ist die aktuelle Aphel-Einstrahlung
also deutlich erhöht.
Weiterhin relevant für die sommerliche Strahlungsbilanz ist die Neigung der Erdachse zur Senkrechten der Ekliptik, welche im Lauf von zirka 40 000 Jahren zwischen 21,8° und 24,4° schwankt. Der aktuelle Wert beträgt 23,44° und liegt damit oberhalb des Mittelwerts von 23,1°. Dies bewirkt gegenwärtig eine deutlich überdurchschnittliche Einstrahlung im Sommer für mittlere und polare Breiten. Dies gilt übrigens nicht nur für den Nordsommer, sondern auch für den Südsommer. Momentan reduziert sich die Ekliptikschiefe um zirka 0,47 Bogensekunden pro Jahr, es wird noch etwa 8000 Jahre dauern, bis die sommerliche Sonneneinstrahlung im Hinblick auf die Erdachsenneigung ihr Minimum erreicht.
Insgesamt kann festgehalten werden, dass sich die sommerliche Einstrahlung auf der Nordhalbkugel zurzeit und in naher Zukunft weit entfernt von einem Minimum befindet. Mich würde interessieren, ob es sich bei dem Artikel nur um einen Übersetzungsfehler handelt, oder ob die Autoren des Originalartikels bei ihre Argumentation wirklich von einem aktuellen Strahlungsminimum ausgehen.