Vor zwölf Monaten war Phil Jones noch ein umtriebiger, aber nicht unbedingt besonders freimütiger Klimaforscher, der als Leiter der Climatic Research Unit (CRU) der University of East Anglia in Norwich mit dem britischen Wetterdienst kooperierte: Er trug Wetterdaten aus der ganzen Welt zusammen, um daraus monatliche Diagramme der globalen Durchschnittstemperaturen zu erstellen. Vieles ging ihm im Kopf herum – zum Beispiel ein rätselhafter Temperatursturz im Oberflächenwasser des Nordatlantiks Mitte des 20. Jahrhunderts, den er erst kurz zuvor zusammen mit Kollegen entdeckt hatte: eine merkwürdige Beobachtung, doch Jones sollte bald über weit größere Dinge grübeln müssen. Am 19. November 2009 veröffentlichte ein Unbekannter rund 1000 E-Mails und Dokumente, die er von einem Server der CRU gestohlen hatte. Darunter befanden sich viele private Nachrichten von Jones, die ihn mitunter in einem unvorteilhaften Licht erscheinen ließen. Er ließ sich hämisch über den Tod eines prominenten Klimaskeptikers aus und schlug Kollegen vor, sie sollten E-Mails löschen, um Skeptikern den Zugang zu Informationen zu verwehren....