Gletscher spiegeln letztlich die allgemeine Klimaentwicklung wider: Bei sinkenden Temperaturen rücken sie vor, bei Erwärmung ziehen sie sich zurück. Die letzte Kältephase mit Gletschervorstößen dauerte vom 15. bis zum 19. Jahrhundert und wird im Volksmund "Kleine Eiszeit" genannt. Seither erleben wir eine Rückzugsphase. Dabei hat sich das Abschmelzen der Gletscher in den letzten Jahrzehnten allerdings dramatisch beschleunigt. Verantwortlich dafür ist zumindest teilweise die globale Erwärmung auf Grund des Treibhauseffekts von Gasen wie Kohlendioxid, die der Mensch in großen Mengen freisetzt.

Hinzu kommt, dass die Temperatur im Hochgebirge stärker ansteigt als im Flach- und Hügelland. So ist es seit den 1970er Jahren laut Angaben des nepalesischen Department of Hydrology and Meteorology im Hohen Himalaya um jährlich 0,12 Grad Celsius wärmer geworden, im tropischen Tiefland an der Grenze zu Indien dagegen nur um 0,06 Grad. Auch lokale menschliche Aktivitäten fördern den Rückzug der Gletscher. Beispielsweise vermindern großflächige Abholzungen mittelfristig die Niederschläge, sodass sich immer weniger Neuschnee ansammelt.

Als höchstes Gebirgsmassiv der Welt ist der Himalaya vom Gletscherschwund besonders betroffen. Das gilt vor allem für seine östlichen und zentralen Bereiche, die sich in der Monsunzone befinden. Dort beschränken sich die Niederschläge auf den Sommer. Die Gletscher sind damit doppelt gefährdet: einerseits vom Anstieg der Schneegrenze und andererseits vom Nachlassen der Niederschläge, die noch dazu vermehrt als Regen niedergehen.

Ein negativer Rückkopplungseffekt verschlimmert die Situation. Weißer Neuschnee reflektiert einen großen Teil der einfallenden Sonnenstrahlung in den Weltraum – er hat, fachsprachlich ausgedrückt, eine sehr hohe Albedo. Dagegen absorbiert verschmutzter Altschnee oder Geröll das Sonnenlicht wesentlich stärker und wandelt es in Wärme um. Diese Wärme wiederum beschleunigt das Abschmelzen der Eismas