Der Tod kommt schleichend - aber unerbittlich. "In den ersten Jahren sieht man den betroffenen Eschen kaum etwas an. Es sterben nur einzelne Zweige oder junge Bäume ab, das fällt bei einer so häufigen Art nicht weiter auf", beschreibt Ottmar Holdenrieder von der ETH Zürich den Beginn eines Prozesses, der sich als großflächiges Eschensterben mittlerweile durch das gesamte mitteleuropäische Verbreitungsgebiet des Baums bis hinauf ins Baltikum frisst. Auch die Britischen Inseln hat die Plage bereits erreicht, wo die Behörden zu drastischen Maßnahmen greifen, um die rund 80 Millionen Eschen Großbritanniens zu retten. "Es gibt keinen anderen Weg, als betroffene Bäume einzuschlagen und zu verbrennen. Erst kürzlich haben wir mehr als 100 000 Bäume zerstören lassen", äußerte der britische Umweltminister Owen Paterson neulich in einer Parlamentsanhörung. Ob dieser radikale Ansatz den Niedergang des mythischen Weltenbaums der Germanen aufhalten kann, ist jedoch fraglich. Denn der Feind der Eschen ist ein Pilz, der sich massenhaft mit seinen Sporen über den Wind ausbreiten kann und daher leicht auch größere...