Krebsimpfung
Mit Hitzeschockproteinen gegen Krebs
Ihre neu entdeckten Funktionen in der Immunabwehr machen die Hitzeschockproteine zu wichtigen Verbündeten im Kampf gegen Krebs, Infektions- und Autoimmunkrankheiten.
Anfangs glaubten die Genetiker, eine derartige Reaktion gäbe es nur bei Taufliegen. Erst 15 Jahre später fanden sie die betreffenden Proteine auch bei den verschiedensten anderen Organismen, einschließlich Säugetieren. Außerdem erkannten sie mit der Zeit ihre Allgegenwart und ihre erstaunlich verschiedenartigen Funktionen – was sicherlich zu den faszinierendsten Entdeckungen der modernen Biologie zählt. Heute wissen wir: Diese Proteine sind für jegliches Leben grundlegend, und zwar nicht nur auf der Zell-, sondern auch auf der Organismen-, ja selbst auf der Populationsebene.
Zwar sprechen die Forscher noch immer meist von Hitzeschockproteinen, doch eigentlich ist diese Bezeichnung viel zu eng. Die HSPs sind uralt. Was sie leisten, gehört zu den allerfrühesten Überlebensmechanismen, die während der Evolution stets bewahrt blieben. Sogar für die Evolution selbst sind sie nützlich. HSPs entstehen insbesondere in zellulären Stress-, also Extremsituationen – weswegen Biologen sie manchmal auch Stressproteine nennen. Das kann übermäßige Wärme sein, aber auch vieles


Pramod K. Srivastava ist Professor
für Medizin und Direktor des Center
for Immunotherapy of Cancer and
Infectious Diseases an der University
of Connecticut School of Medicine
in Farmington. Er stieß als Erster auf
die Rolle der Hitzeschockproteine im
Immunsystem. Er gehörte zu den
Begündern der Firma Antigenics, die
Krebsimpfstoffe auf der Basis dieser
Proteine entwickelt.
abrufen





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