Krebsmedizin
Fortschritte in der Brustkrebstherapie
Eine effektivere Behandlung, die auf den individuellen Tumor zugeschnitten ist – diesen Wunschtraum helfen die neuesten zielgerichteten Medikamente zu erfüllen.
Die viel günstigeren Gesamtaussichten bei Brustkrebs rühren zum Teil daher, dass er früher entdeckt wird, unter anderem weil Frauen das verstärkte Angebot zur Früherkennung wahrnehmen. Brustkrebspatientinnen profi- tieren zudem von der intensivierten Forschung: Diese führt zu einem wesentlich besseren Verständnis der Erkrankung und zu einem breiteren Spektrum therapeutischer Möglichkeiten, die der behandelnde Arzt der individuellen Situation angepasst auswählen und kombinieren kann.
Ein Erfolg der letzten zehn Jahre sind Wirkstoffe, die sich zielgenau gegen bestimmte kritische Moleküle von Tumoren richten. Brustkrebs war hierbei die erste bösartige Geschwulstform, für die mit Trastuzumab (Handelsname Herceptin) eine solche Therapie auf den Markt kam. Dieser Antikörper wurde 1998 in den USA und zwei Jahre später in der EU zugelassen. Sein Zielprotein, HER2 genannt, fördert ein aggressives Tumorwachstum. Vor der Einführung von Trastuzumab bedeutete ein Brusttumortyp, der HER2 – und somit die davon ausgehenden Signale – im Übermaß produziert, eine schlechte Prognose. Heute kann gerade dieser Typ mit vergleichsweise guten Überlebensaussichten einhergehen, da die Zahl wirksamer Waffen gegen Glieder der HER2-Signalkette weiter wächst.
Auch im kommenden Jahrzehnt sind große Fortschritte auf dem Gebiet der molekular gezielten Krebstherapien zu erwarten: Zahlreiche Substanzen werden derzeit bei Patienten oder im Tierversuch geprüft. Sie richten sich gegen


Francisco J. Esteva ist Direktor
des Forschungslabors für
translationale Brustkrebsforschung
am M. D. Anderson Cancer Center
der University of Texas, Houston,
Gabriel N. Hortobagyi Direktor des
dortigen multidisziplinären Brustkrebsforschungsprogramms.
Esteva konzentriert sich darauf, Grundlagenforschung
schnell in Therapien
umzusetzen. Hortobagyi, früherer
Präsident der Amerikanischen
Gesellschaft für Klinische Onkologie,
wurde vielfach für seine
Forschungen ausgezeichnet, die alle
Aspekte der Brustkrebsbiologie, des
Krankheitsmanagements und der
Therapeutika umfassen.
abrufen





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1. Race for the Cure
02.03.2009, Susan G. Komen Deutschland e.V., Frankfurtvielen Dank für diesen sehr infrormativen Artikel zu Fortschritten in der Brustkrebstherapie.
In der Print Ausgabe zeigen Sie zu unserer großen Freude Bilder von sogenannten "Survivors", Frauen, die Brustkrebs hatten, und in pinkfarbenen T-Shirts am "Race for Cure", der weltweit größten Serie von 5-Kilometer-Läufen zur Heilung von Brustkrebs teilnehmen. Der Name der Organisation, die dahinter steht, ist Susan G. Komen for the Cure (USA), bzw. Susan G. Komen Deutschland e.V., Verein für die Heilung von Brustkrebs (www.komen.de). Wir werben für die Früherkennung von Brustkrebs und finanzieren Modellprojekte, die betroffenen Frauen helfen. Komen in den USA unterstützt auch Forschungsprojekte, die in der Vergangenheit wesentlich dazu beigetragen haben, Brustkrebs zu verstehen und zu behandeln.
Übrigens gibt es auch in Deutschland den im Artikel genannten Wohltätigkeitslauf, in diesem Jahr am 27.9. zum zehnten Mal in Frankfurt am Mainufer, und am 13.9. erstmalig in Meppen im Emsland (www.raceforthecure.de).
2. Erste Brustamputation
17.03.2009, Jörg Michael, Hannovererfahren habe, muss man dieses Datum offenbar noch um etliche Jahrzehnte nach vorne korrigieren.
So wurde die englische Schriftstellerin Fanny Burney bereits im Jahr 1811 auf diese Weise behandelt - und das ohne Betäubung.
Aber auch dies war nicht die weltweit erste Brustamputation wegen Brustkrebs.
"Unknown to the rest of the world" hat der japanische Chirurg Seishu Hanaoka bereits am 13. Oktober 1804 bei der 60-jährigen Kan Aiya die krebskranke Brust
entfernt - und hat dabei ein von ihm entwickeltes, auf einheimischen Pflanzen basierendes Narkosemittel benutzt.
Da Hanaoka die Anregung zur Brustamputation als Brustkrebsbehandlung aus Beschreibungen in "westlichen Büchern" bezogen hat und anschließend fast
zwanzig Jahre für die Entwicklung seines Narkosemittels gebraucht hat, könnte es sein, dass die allererste Brustamputation sogar noch ein paar Jahrzehnte früher stattgefunden hat.