Kulturgeschichte des Essens
Wild, Würmer, Wurzeln – die Vollwertkost der Steinzeit
Harter Überlebenskampf, knappe Ressourcen, geringe Lebenserwartung? Die Jäger und Sammler der Steinzeit deckten ihre Tafel überraschend üppig und ausgewogen. Erst der Übergang zum Ackerbau bescherte den Menschen ein modernes Problem: einseitige Ernährung.
In der heutigen "Esskultur" sind drei wichtige Erfahrungen abhandengekommen: Der unmittelbare Bezug zu den grundlegenden Bestandteilen unserer Nahrungsmittel, das Bewusstsein für den sittlichen Umgang mit ihnen und das für ihren ursprünglich sakralen Aspekt. Viele Menschen haben schlicht zu wenig Zeit für das "tägliche Brot". Fertigkost-Snacks in den Arbeitspausen, eilige Mahlzeiten in der Kantine und Schnellgerichte daheim aus der Mikrowelle sind mittlerweile fast die Regel geworden. Das gemeinsame Essen im Kreis der Familie mit all seinen sozialen Verbindlichkeiten hat an Bedeutung verloren. An diese Stelle sind die wenigen Geselligkeiten außerhalb der Familie getreten, bei denen wir Nahrung und Getränke noch mit Bedacht auswählen, zubereiten, festlich auftischen und mit einer gewissen Feierlichkeit zu uns nehmen – kurz: bei denen wir "speisen".


Klaus E. Müller ist emeritierter Professor für Ethnologie an der Universität Frankfurt am Main.
abrufen





Landschaft & Oekologie |
Con Text |
Labyrinth des Schreibens |
Natur des Glaubens |
Denkmale |
Die Natur der Naturwissenschaft |
Gute Geschäfte |
Der Islam |
Vergangenheitsstaub |
Hinter-Gründe | 





