Der Autor ist freier Wissenschaftsjournalist in Berlin.
Die Bilder sind unvergessen: Umgestürzte und enthauptete antike Statuen auf den Gängen der Ausstellungsräume, zerschlagene, ausgeräumte Schaukästen, verwüstete Büros und Archive, ein verzweifelter Museumsmitarbeiter ist zu Boden gesunken, hat seine Stirn in die Hände gestützt. Tags zuvor, am 10. April 2003, hatten die US-Truppen die Schlacht um Bagdad endgültig für sich entschieden und die Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Nun machten sich Plünderer in einem beispiellosen Sturm über das Irakische Nationalmuseum und seine unvergleichliche Sammlung her.
Entgegen früher Warnungen von Wissenschaftlern aus aller Welt hatten die siegreichen Amerikaner keine Schutzmaßnahmen für das Museum vorbereitet. Eigentlich hatten sie so gut wie überhaupt keine Vorkehrungen für den Tag des Siegs getroffen: Lediglich das Ölministerium wurde von amerikanischen Soldaten abgeriegelt. Andere...
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