Kreisläufe sind das A und O der Natur: Aus dem Samen sprießt der Keimling, die Pflanze wächst, bildet neue Samen und stirbt irgendwann. Mikroorganismen zerlegen die Überreste und schleusen Kohlenstoff, Stickstoff und Mikronährstoffe wieder in das System ein, die neues Leben ermöglichen. Der Mensch hat sich mit der intensiven Landwirtschaft aus diesem Kreislauf ausgeklinkt. Denn die wachsende Weltbevölkerung fordert mehr Erträge von den Äckern, als diese natürlicherweise zur Verfügung stellen würden. Seit Justus Liebig 1840 die Agrikulturchemie begründete, bringen Landwirte zwar Nährstoffe in Form von synthetischem Dünger aus, womit sie die Produktivität drastisch steigern konnten. Doch auf Dauer überwiegen die negativen Effekte. Denn die hochproduktiven Monokulturen überlasten das System: Nährstoffe werden unausgewogen und in viel zu großen Mengen aufgetragen; der Überschuss landet im Grundwasser. In gefährdeten Gebieten können Böden versalzen und erodieren – heute ist die wertvolle, fruchtbare Humusschicht nur noch ein Bruchteil dessen, was sie einmal war. Längst ist das ein globales Problem: Weil auf übernutzten Böden kein Korn mehr wächst, steht die Nahrungsmittelproduktion für die zunehmende Weltbevölkerung früher oder später auf der Kippe. Das etwas dagegen unternommen werden muss, ist unumstritten. Landwirtschaft mit oder ohne "Chemie"? Nach Ansicht einiger Forscher, unter ihnen Nathaniel Mueller und...