Erstmals sollen im Ringbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) zwei Protonenstrahlen mit einer Energie von jeweils 3,5 Teraelektronvolt (TeV) miteinander kollidieren; der Zusammenprall selbst findet dann bei insgesamt 7 TeV statt.

Ob es klappt, wird sich allerdings erst im Laufe des Tages herausstellen. "Das ist ein wenig, als würde man zwei Nadeln über den Atlantik schießen, und hoffen, dass sie sich auf halber Strecke treffen", sagte der für die Beschleunigeranlagen zuständige CERN-Direktor Steve Myers. Über die Luminosität des Experiments, die ein Maß für die Zahl der zu erwartenden Kollisionsereignisse pro Zeiteinheit ist, wurden allerdings keine Informationen veröffentlicht. "Echte" Physik bedarf eines hohen Werts, denn nur dann erhalten die Daten ausreichend statistische Signifikanz, die für ihre eindeutige Interpretation nötig ist. Auch bei der Luminanz wird der LHC nur nach und nach die Leistung erreichen, für die er ausgelegt ist.

Bereits jetzt aber können die Forscher am Betreiber des LHC, der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN), immer wieder neue Rekorde vermelden. Nachdem am 22. November 2009 erstmals zwei gegenläufige Strahlen im Beschleunigerring unterwegs waren, erreichte die Energie der einzelnen Strahlen am 30. November den Weltrekordwert von je 1,18 TeV. Damit wurde endlich das Tevatron im US-Bundesstaat Illinois überboten, der bislang leistungsfähigste Teilchenbeschleuniger. Im Dezember wurden am LHC dann Kollisionen bei 2,36 TeV gemessen, am 19. März 2010 erreichte die Energie der Strahlen erstmals je 3,5 TeV. Langfristiges Ziel ist es, diesen Wert auf je 7 TeV zu erhöhen.

Der "LHC First Physics Day" wird bis heute abend um 18 Uhr hier live übertragen.