Beim Anlegen einer elektrischen Spannung ändern manche Materialien ihre Farbe – ein als Elektrochromie bezeichnetes Phänomen. Wie kommt der Effekt zu Stande? Jede chemische Verbindung absorbiert elektromagnetische Strahlung ganz bestimmter Wellenlängen. Wenn sie Elektronen abgibt oder aufnimmt – Chemiker sprechen von einer Oxidation oder Reduktion –, ändert sich dieses charakteristische Absorptionsspektrum. Bei elektrochromen Stoffen betrifft die Änderung den sichtbaren Spektralbereich, so dass die Farbe wechselt.
Damit der Effekt auftritt, muss das Material in eine so genannte elektrochemische Zelle integriert sein. Es befindet sich dazu entweder als Beschichtung auf einer Elektrode – eventuell auch auf beiden – oder liegt in gelöster Form im Elektrolyten vor. Das Laden und Entladen der elektrochemischen Zelle

Roger J. Mortimer ist Professor für Physikalische Chemie an der Loughborough University (Großbritannien). Nach seiner Promotion am Londoner Imperial College im Jahr 1980 forschte er an mehreren Universitäten – darunter dem Massachusetts Institute of Technology in Cambridge –, ehe er 1989 nach Loughborough kam, wo er 2001 einen Lehrstuhl erhielt. Außer für elektrochrome Substanzen und Geräte interessiert er sich für die Beschichtung von Elektroden mit neuartigen Materialien sowie die Modifikation von Metalloberflächen.
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