Der Mathematik-Kunst-Wettbewerb, zu dem wir in dieser Zeitschrift (4/2008, S. 70) aufgerufen haben, hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Bis zum Einsendeschluss am 27. Mai wurden mehr als 800 Arbeiten eingereicht, und auch danach riss der Strom der Einsendungen nicht ab.

Parameter eingeben, ein Mausklick – und wenige Sekunden später erscheint eine neue algebraische Fläche auf dem Bildschirm und kann noch in eine vorteilhafte Perspektive gedreht werden. Die umfangreiche Entwicklungsarbeit, welche die Fachleute vom Mathematischen Forschungsinstitut Oberwolfach in die Entwicklung des Darstellungsprogramms "Surfer" gesteckt haben, hat sich offensichtlich ausgezahlt: Es hilft der Kreativität ungemein auf, wenn der Künstler seine Bilder so schnell und in so guter Qualität zu sehen bekommt.

Ein regelmäßiger Beobachter konnte nachvollziehen, wie die Künstler an einer Formel herumprobierten, bis das Ergebnis ihren Vorstellungen entsprach oder das Potenzial dieses Ansatzes erschöpft war. Häufig war zu beobachten, dass der eine Ideen eines anderen aufgriff und nach seinem Geschmack modifizierte. Der großen Gesamtzahl der Teilnehmer zum Trotz wurde das Feld, vor allem gegen Ende, von wenigen Namen dominiert.

Algebraische Flächen zu erzeugen ist, in den Worten eines Teilnehmers, »ein Breiten-, aber kein Massensport«. Ein breites Spektrum von Vorgehensweisen war vertreten, von wild-fröhlichem Herumprobieren bis zur tiefen theoretischen Durchdringung mit dem Ziel, eine vorgegebene Gestalt zu produzieren…