Metamaterialien sind der Stoff, aus dem Tarnkappen und Superlinsen entstehen sollen. Aber noch muss sich zeigen, ob den neuartigen Festkörpern der Sprung vom Labor in die Realität gelingt.
Der Autor ist freier Wissenschaftsjournalist in Heidelberg.
Über 130 Veröffentlichungen im Jahr 2011 sprechen eine deutliche Sprache: Das Thema ist im Trend. Kaum eine Woche vergeht, in der nicht eine der Arbeiten von "Nature", "Science", "Physical Review Letters" oder zumindest dem "Optics Express" mitgenommen wird und man den Eindruck gewinnen darf, dass jetzt - endlich - ein weiteres grundlegendes Problem überwunden wurde und der Durchbruch unmittelbar bevorsteht. Die Rede ist von einer sonderbaren Sorte von Stoffen, die bei Technikenthusiasten die Augen leuchten lassen: Metamaterialien. Die Silbe "Meta" (griechisch: "nach") soll andeuten, dass man es hier mit dem nächsten großen Ding in der Festkörperphysik zu tun hat; vor allem aber begeistern die spektakulären Anwendungen, welche die Supermaterialien möglich machen sollen: Tarnkappen, Superlinsen, Supersolarzellen, Molekülspektroskope und - ganz wichtig - funktionierende Lärmschutzwände.
Die Aussicht auf einen Unsichtbarkeitsmantel allein genügt bereits, die Popularität der Metamaterialien zu erklären. Ihr Aufstieg begann im Mai 2006, als zwei Artikel im Wissenschaftsmagazin "Science" erschienen, die eine Art mathematische Bauanleitung für die Konstruktion eines Tarnmantels lieferten. Der Brite John Pendry vom Imperial College London und der Deutsche Ulf Leonhardt von der Universität im schottischen...
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