a) Bram Stoker b) Harrison Ford c) Björk d) Arthur Conan Doyle e) Boris Becker
Antwort:
Als Carl von Linné 1758 den Güster - einen Karpfenfisch Cyprinus bjoerkna nannte, hat er mit Sicherheit nicht an die im 21. Jahrhundert beliebte Sängerin Björk gedacht.
Erklärung:
Den Güster (Blicca bjoerkna), auch Blicke oder Halbbrasse, schwedisch Björkna genannt, ordnete Carl von Linné noch der Gattung Cyprinus zu - mittlerweile gehören die Güster zur Gattung der Blicca.
Im Gegensatz zur quirligen isländischen Sängerin Björk ist der Süßwasserfisch auch eher unauffällig. Er lebt in stehenden Gewässern oder ruhig dahinströmenden Flussabschnitten. Seine silbernen Schuppen und Glubschaugen sind für einen Fisch auch nichts Besonderes. So ist er weder als Aquarium-, noch als Speisefisch beliebt.
Auch Boris Becker hatte mit der Meeresschnecke Bufonaria borisbeckeri wohl nicht viel gemein, als dieses über den Meeresboden vor den Phillipinen kriechende Tier 1996 nach ihm benannt wurde. Der Münchner Biologe Manfred Parth, der die Schnecke entdeckte und damit das Benennungsrecht inne hatte, bezog sich indes direkt auf die Leistungen des Tennisspielers: "Ich widme die neue Art Boris Becker, dem meines Erachtens größten deutschen Einzelsportler aller Zeiten."
Arthur Conan Doyles war dem nach ihm benannten Wesen inhaltlich und thematisch schon näher. Nein, nicht Sherlock Holmes: Ein ausgestorbener Flugsaurier - in Anlehnung an den 1912 erschienen Urzeitwesen-Roman "The Lost World" - wurde auf den Namen Arthurdactylus conandoylei getauft.
Dieser lebte vor etwa 120 Millionen Jahren und ist heute ein unvollständiges Unikat: Dem einzig bekannten Skelett fehlen Schädel, Hals und Brustbein. Passend zur "verlorenen Welt", in der urzeitliche Lebewesen auf einem abgelegenen Hochplateau in Südamerika überlebt haben, fand sich das Fossil von A. conandoylei am Fuße des Araripe-Plateau in Brasilien.
Der Geißelskorpion Draculoides bramstokeri saugt wie sein Namensgeber Dracula in Bram Stokers gleichnamigem Roman den Saft aus den Körpern seiner Opfer. Diese fängt er mit seinen Pedipalpus – scharfen Kieferklauen – mit der er sie mundgerecht zerstückelt. Vielen Menschen kommt er nicht nahe, da das etwa 5 Millimeter lange Tier die völlig abgedunkelten Höhlen im Westen Australiens nicht freiwillig verlässt.
Der Schauspieler Harrison Ford kann gleich auf zwei Tiere blicken, deren Artenbezeichnung seinen Namen trägt. Ob er sich über "seine" Spinne freut? Der Entdecker dieses Tieres, Norman Platnick, schreibt: "Eine in Kalifornien gefundene neue Gattung und Art, Calponia harrisonfordi, aus der Familie der Echten Webspinnen (Caponiidae) wird beschrieben, die als eine der meist primitiven ihrer Familie erscheint." Die Benennung des zweiten Tieres ist dagegen für Myrmekologen eine Ehre: die Ameise Pheidole harrisonfordi.
Insekten sind wesentlich artenreicher als Säugetiere und laufend werden neue entdeckt. Wer Insekten, seltene Pflanzen und Amphibien mag, kann gegen eine Spende von mehr als 2500 Euro selbst einen Namen nach eigenem Gutdünken vergeben, sofern die gültigen Nomenklaturregeln gewahrt werden. Auf www.biopat.de bietet dies ein Bündnis von drei zoologischen Museen und der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit an, die das gespendete Geld in die wissenschaftliche Forschung und die Erhaltung der Artenvielfalt einfließen lassen.
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