Die ebenso schmackhaften Papayas oder Mangos speichern zwar auch viel Wasser, das geschieht aber in ihren Zellen und nicht in einem freien viertel Liter in einer harten Schale. Doch das hat seine botanischen Gründe. Das Kokoswasser selbst enthält wichtige Nährstoffe: anorganische Ionen wie beispielsweise Kalzium, Aminosäuren, Vitamin C, Pflanzenhormone, Zucker oder Zuckeralkohole, die der Keimling benötigt, der in der Kokosnuss sitzt. Biologen betrachten Kokoswasser und Kokosfleisch zusammen – wie Papaya- und Mangofruchtmasse auch – als so genannten Endosperm, den Nährstoffspeicher für den Pflanzensamen. Er soll dem Keimling garantieren, dass er bis zur Ausbildung von grünen Blättern mit Nährstoffen versorgt ist.
Dieser gut verschlossene Vorrat funktioniert so ausgezeichnet, dass sich die Kokosnuss weit verbreitet hat. Dank ihm können die Früchte mehr als 4000 Kilometer von Ozeanströmungen getragen werden und bleiben dabei keimfähig. Die gute Abdichtung der Schalen erkennt man auch an den sterilen Eigenschaften von Kokoswasser: Es kann sogar als Rehydrationslösung bei Durchfallerkrankungen dienen. Zwar liegt die Nährstoffzusammensetzung laut US National Institute of Health nicht innerhalb des empfohlenen Bereichs und ist daher offiziell ungeeignet, allerdings bleibt es in den Tropen oft die einzige erreichbare Option.
Nebenbei bemerkt gehört die Kokosnuss streng wissenschaftlich betrachtet wegen ihres Fruchtaufbaus gar nicht zu den Nüssen, den trockenhäutigen Schließfrüchten, sondern zählt zu den Steinfrüchten – wie beispielsweise die Kirsche.



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