ein Leser aus Stuttgart fragt
Warum tut Sonnenbrand weh?
Werden unsere Hautzellen durch übermäßiges Sonnenbaden in Mitleidenschaft gezogen, so folgt eine akute Entzündungsreaktion auf dem Fuß: "Dermatitis solaris" - gemeinhin bekannt als Sonnenbrand. Was macht ihn eigentlich so schmerzhaft?
Uta Schindler
Wer schon einmal unter den Folgen einer derartigen Verbrennung gelitten hat weiß, dass die gerötete Haut erst 24 bis 42 Stunden nach Sonnenexposition am zimperlichsten reagiert. Genau dann ist auch die Konzentration des Zytokins CXCL5 am höchsten. Wissenschaftler vom King's College London überprüften das schmerzauslösende Potenzial des Signalproteins, indem sie es freiwilligen Probanden unter die Hautoberfläche injizierten. Die Versuchspersonen litten daraufhin an der für Sonnenbrand typischen Berührungsempfindlichkeit – trotz unversehrter Haut.
Wahrscheinlich ist aber CXCL5 nicht der Alleinschuldige. Das Zytokin zählt zu der Unterfamilie der Chemokine, also Signalproteinen, die bei Zellen eine Wanderungsbewegung (Chemotaxis) auslösen. Die von CXCL5 in Richtung der Entzündungsquelle gelockten Immunzellen sondern ihrerseits weitere Botenstoffe ab, und Forscher vermuten, dass dies die Sensibilität der Nervenfasern noch erhöht.

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