Die Idee klingt auf Anhieb überzeugend: Man nehme ein winziges Loch in einer Membran, kaum größer als ein einzelner DNA-Strang dick ist, fädele diesen an einem Ende hinein und ziehe ihn komplett hindurch. Jedesmal wenn eine der Basen A, C, G und T die Engstelle passiert, wird sie von einem Messmechanismus identifiziert, die Daten werden an einen Computer gesendet - und fertig ist sie, die buchstabengetreue Abschrift des genetischen Kodes. Eine großartige Vorstellung. Keine umständliche Aufbereitung der Probe mehr, kein rechenintensives Zusammenpuzzeln von Millionen Bruchstücken wie bei herkömmlichen Sequenziertechniken. Stattdessen laufen die Daten in Echtzeit ein - und noch dazu schneller als bei allen anderen Verfahren. Dass dies keine bloße Vision bleiben muss, demonstrierte bereits im Jahr 1996 ein Wissenschaftlerteam um Daniel Branton von der Harvard University [1]. Die Forscher zeigten Wege auf, wie sich die einzelnen Basen beim Durchrutschen durch die nur anderthalb Nanometer große Öffnung identifizieren lassen. Prompt folgte eine intensive...