Wer sich in jüngster Vergangenheit mit Nashörnern beschäftigt hat, der kam an blutigen Bildern nicht vorbei: Tiere, denen man das Horn abgehackt hatte und die tot oder sterbend von Wilderern liegen gelassen wurden. Die Vorfälle sind so grausig, dass Tierschutz-Webseiten Warnungen vor die Fotogalerien schalten. In Blogeinträgen erzählen Ranger und Tierärzte immer öfter vom Schock, ein weiteres Nashorn aufzufinden, das vielleicht schon seit Tagen um sein Leben kämpft und für das man nichts mehr tun kann, als es von seinen Qualen zu erlösen. Es ist nicht zu übersehen: Die majestätischen Dickhäuter werden so rücksichtslos gejagt wie lange nicht mehr. Grund ist die ausufernde Nachfrage in asiatischen Ländern mit wachsendem Wohlstand, wo Nashornhorn als Arznei und Artenschutz als zweitrangig gilt. Dennoch forderten Naturschutzbiologen der University of Queensland die südafrikanische Regierung auf, den Handel mit Nasenhorn künftig zu erlauben [1]. Auch wenn das scheinbar keinen Sinn ergibt: Es ist ein ernst gemeinter Vorschlag, die Ausrottung der Rhinozerosse zu verhindern. Teurer als Gold Gerade fand in Bangkok zum 16. Mal die Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen CITES (Convention on Trade in Endangered Species) statt. Zwei Wochen lang diskutierten die 178 Vertragsstaaten dieses Jahr neben Eisbären und Haien vor allem über den Schutz der Nashörner. Während in Südafrika von 2000 bis 2007 höchstens 25 der Tiere pro Jahr wegen ihres Horns ihr...