Aus Erfahrung wird man klug? Nicht immer: Trotz regelmäßig wiederkehrender Fluten, verwässert die deutsche Politik den Hochwasserschutz. Dabei könnte auch aktuell wieder "Land unter" an den Flüssen drohen.
Daniel Lingenhöhl
Köln, Weihnachten 1993: Tagelange ergiebige Niederschläge lassen den Rhein und seine Nebenflüsse anschwellen. In der Domstadt stellt der Vater aller deutschen Flüsse mit 10,63 Meter einen neuen Pegelrekordstand auf. Die Deiche reichen nicht - und die Altstadt steht unter Wasser.
Oderbruch, Sommer 1997: In wenigen Tagen fallen im Einzugsgebiet der Oder mancherorts die Niederschläge eines ganzen Jahres: bis zu 580 Liter pro Quadratmeter. Große Teile Polens und Tschechiens werden überschwemmt und auch die Ziltendorfer Niederung im Osten Deutschlands säuft ab. Mehr als sechzig Todesopfer in unseren Nachbarländern und Schäden in Milliardenhöhe sind zu beklagen.
Dresden, Passau, August 2002: Dauerregen wie 1997- nur diesmal weiter westlich im Erz- und Riesengebirge sowie in den bayerischen Alpen und im Bayerischen Wald. Bald werden die Nachrichten bestimmt von "Jahrtausendfluten": "Land unter" in Passau, Evakuierung von Kunstschätzen und Patienten in Dresden. Am katastrophalsten hausen die Wassermassen allerdings in den kleinen sächsischen Städtchen entlang der Mulde, der Müglitz oder der Weißeritz, wo Menschen sterben und manche Häusern am Ende der Sintflut nur noch aus einzelnen Mauern bestehen.
...
Wenn Sie "Spektrum - Die Woche" zwei Wochen lang kostenlos und völlig unverbindlich testen möchten, bestellen Sie einfach hier ein kostenloses Schnupperabonnement. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an service@spektrum.com