Neurobiologie
Genvariante erklärt Besonderheit unseres Gehirns
In der Evolutionsgeschichte des Menschen haben sich mehrere Gene verdoppelt. In einem Fall entstand dadurch anscheinend eine Genvariante, die dazu beitrug, dass sich unser Gehirn drastisch vergrößerte und durch eine verzögerte Entwicklung die Fähigkeit erlangte, sich besser und flexibler an Umgebungseinflüsse anzupassen.
Dass dieses Gen eine Rolle bei der Hirnreifung spielt, ist schon länger bekannt – desgleichen die Tatsache, dass es beim Menschen in mindestens drei Versionen vorkommt, während nichtmenschliche Primaten über nur eine verfügen. Genaueres ließ sich aber nicht sagen. Der Nachweis von verdoppelten oder sehr ähnlichen Genen wird nämlich dadurch erschwert, dass die meisten menschlichen Zellen zwei Exemplare von jedem Chromosom enthalten, je eines vom Vater und von der Mutter. Das macht es schwierig, zwischen den beiden elterlichen Versionen und zusätzlichen Kopien zu unterscheiden. Um diese Klippe zu umschiffen, suchten Dennis und ihre Kollegen nach Exemplaren von SRGAP2 im Erbgut eines Blasenmols – eines abnormen, nicht lebensfähigen Embryos. Er entsteht bei der Verschmelzung eines Spermiums mit einer Eizelle, die ihr genetisches Material verloren hat, und deshalb nur Chromosomen vom Vater enthält.
Auf diese Weise konnten die Forscher

Daniel H. Geschwind forscht in der neurologischen Abteilung der University of California in Los Angeles und Genevieve Konopka im neurowissenschaftlichen Department der University of Texas in Dallas.
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