Herr Professor Brugger, wenn heute Freitag, der 13. wäre, was würden Sie tun? Das würde mich nicht wahnsinnig erschüttern, denn dieses Datum kommt ja häufiger vor. Wieso glauben manche Menschen, dass die Zahl 13 Unglück bringt? Woher dieser Aberglaube stammt, weiß ich nicht genau; ich vermute, aus Frankreich. Wenn jedoch so etwas erst einmal kulturell etabliert ist, dann beobachten sich einige Leute anders. Sie haben Angst davor, dass an einem solchen Tag etwas passieren könnte. Und wenn dann tatsächlich etwas Ungewöhnliches geschieht, fällt es ihnen besonders auf – und sie glauben, etwas Magisches könnte im Spiel sein. Warum sind so viele Menschen abergläubisch? Ich erforsche ja eine moderne Form des Aberglaubens, den Glauben an paranormale Phänomene wie Telepathie oder Hellsehen. Hier kommt ein universelles Merkmal des Menschen zum Tragen: Wir erahnen Bedeutsames in zufälligen Begebenheiten, und wenn zusätzlich noch Angst mitspielt, vermuten wir schnell eine negative Beeinflussung. Dieser Glaube ans Paranormale ist in den letzten Jahren wieder sehr populär geworden. Das war auch schon einmal während der 1970er Jahre der Fall, danach hat es sich aber wieder ein bisschen gelegt. Und jetzt kommt eben eine neue Welle. So ist die Mehrheit der US-Bürger davon überzeugt, dass es paranormale Phänomene gibt. Das finde ich sehr besorgniserregend. Was unterscheidet Menschen, die an Übersinnliches glauben, von Skeptikern? Ich...