Am Ende war China am schnellsten. Während man im Westen Weihnachten feierte, begann auf dem Gelände des chinesischen Atomkomplexes "Daya Bay" die Arbeit. Obwohl erst sechs von acht Detektoren fertig waren, sammelten die Forscher bereits eifrig Daten. Sogar während des chinesischen Neujahrfestes am 23. Januar wurde gemessen. Nach 55 Tagen war die Sensation perfekt. Das Wissenschaftsmagazin "Science" sprach von einer "Schlüsselmessung" in der Neutrinophysik, nun wurde die Arbeit in den "Physical Review Letters" veröffentlicht [1]. "Das ist eines der wichtigsten Resultate für die chinesische Teilchenphysik", schwärmt Yifang Wang vom Pekinger Institut für Hochenergiephysik (IHEP). Auch international ist es ein Befreiungsschlag. Denn rückblickend war 2011 kein gutes Jahr für den Forschungszweig, der sich dem Studium der nebulösen Elementarteilchen widmet. Zwar standen Neutrinos wie nie zuvor im...