Wissenschaftler spekulieren über "sterile" Neutrinos. Sie könnten viele astronomische Rätsel erklären - und das Standardmodell der Teilchenphysik aus den Angeln heben.
Der Autor ist freier Wissenschaftsjournalist in Wiesbaden
Nicht ohne Grund lautet ihr Spitzname "Geisterteilchen": Obwohl jede Sekunde zig Milliarden Neutrinos unseren Körper durchdringen, spüren wir nichts von ihnen. Sie fliegen einfach durch uns hindurch. Dennoch haben Physiker bereits drei unterschiedliche Sorten dieser elektrisch neutralen Winzlinge ausgemacht. Sie sind drei der zwölf Grundbausteine des bewährten Standardmodells der Teilchenphysik und heißen nach ihren geladenen Pendants Elektron-, Myon- sowie Tau-Neutrino.
Das Standardmodell beschreibt mit hoher Präzision die Vorgänge im Mikrokosmos. Doch lässt es hinsichtlich der Neutrinos viele Fragen offen. So wurden erst vor wenigen Monaten am Nachweisgerät OPERA im Gran-Sasso-Laboratorium in Italien Neutrinos erfasst, die bei ihrer 700 Kilometer langen Reise vom CERN bei Genf die für unüberwindbar gehaltene Geschwindigkeitsobergrenze der Lichtgeschwindigkeit durchbrochen haben sollen. Noch ist völlig offen, ob diese Ergebnisse einer kritischen Überprüfung standhalten oder sich am Ende als Messfehler...
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