Ein sehr adretter Aasverwerter: Der Schmutzgeier besticht durch sein apartes weißes Gefieder und das gelbe Gesicht. Und er ist intelligent: Der Vogel polstert seine Nester mit Schafwolle aus, die er per Stöckchen aufsammelt.
In einem Fall beobachteten die beiden Bulgaren sogar, wie ein Schmutzgeier durch ein offenes Fenster in eine Scheune glitt, in der zuvor ebenfalls Schafschur stattgefunden hatte. Wenig später tauchte der Vogel wieder auf, platzierte sein Wollbündel auf dem Dach und ging erneut auf Haarfang, bis er genügend zusammenhatte. Dann entsorgte er sein Hilfsmittel und flog mit einem veritablen Wollbündel von dannen. Am Ende polstern die Geier mit dem weichen Material ihre Nester aus Zweigen aus, die sie auf Klippen und in Felsspalten errichten.
Von diesem einzigartigen Verhalten berichteten Stefanov und Stoyanova dem "Journal of Raptor Research", sie starben jedoch in einem Autounfall, bevor der Artikel erfolgreich durch die Gremien geschleust worden war. Josef Schmutz entdeckte den Schrieb jetzt wieder und überarbeitete ihn mit dem Schmutzgeierexperten José Donázar von der Estación Biológica de Doñana in Sevilla. Die sei schließlich der erste dokumentierte Fall, dass Vögel Zweige derart als Werkzeug einsetzen, so Donázar. Arten wie die Geradeschnabelkrähe von der Insel Neukaledonien oder der Spechtfink von Galapagos nutzen sie ausschließlich zur Nahrungssuche. (dl)




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