Parasitismus
Per Anhalter ins Nest
Mit einer List gelangen frisch geschlüpfte Ölkäferlarven in die Nester ihrer Wirte. Hunderte imitieren gemeinsam eine weibliche Biene, um Männchen anzulocken und als Chauffeure zu missbrauchen – die erste bekannte kollektive Mimikry.
Christina Hohmann
Die Taktik funktioniert aber nicht in der Wüste, wo Blüten und Wirtstiere selten sind. Die in dieser Einöde lebende Ölkäferart Meloe franciscanus hat daher eine besonders trickreiche Methode entwickelt, in die Nester ihrer Wirte zu gelangen. Wissenschaftler um John Hafernik an der San Francisco State University entdeckten bei Feldstudien ein erstaunliches Schauspiel. Sobald die nur zwei Millimeter großen, dunkel-orangefarbenen Larven aus ihren Sandhöhlen geschlüpft sind, klettern sie zu Hunderten auf die Spitze des nächsten Grashalms oder Stängels. Dort bilden sie ein Knäuel, das eine gewisse Ähnlichkeit mit einer weiblichen Einsiedler-Biene der Art Habropoda pallida hat. Nun warten sie geduldig auf eine männliche Biene, die, vor Liebe blind, eine Kopulation mit der vermeintlichen Geschlechtspartnerin versucht. Wenn dies geschieht, klammert sich ein großer Teil der Larven mit ihren dreiklauigen Beinen an die Unterseite des betrogenen Freiers.
Wie die Forscher herausfanden, werden bei einer solchen Pseudokopulation etwa 40 Prozent der Larven mitgenommen. Bei weiteren Paarungen mit echten Weibchen überträgt das Männchen die Parasiten dann auf mehrere Opfer. Die ahnungslosen Bienen schleppen die Larven in ihre Ne

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