Die Kelso-Dünen in der kalifornischen Mojave-Wüste sind ein unwirtlicher Platz für frisch geschlüpfte Ölkäferlarven. Die kleinen Brutparasiten stehen vor dem Problem, dass sie so schnell wie möglich in die Nester ihrer Wirte – größere Insekten – gelangen müssen, um zu überleben. Aus eigener Kraft können sie diese Zuflucht allerdings nicht erreichen – sie brauchen ein Transportmittel. Ihre Verwandten in anderen Regionen kriechen dazu meist einzeln auf Blüten und klammern sich an weibliche Bienen (oder was sie dafür halten), die auf der Pollensuche zufällig vorbeikommen.

Die Taktik funktioniert aber nicht in der Wüste, wo Blüten und Wirtstiere selten sind. Die in dieser Einöde lebende Ölkäferart Meloe franciscanus hat daher eine besonders trickreiche Methode entwickelt, in die Nester ihrer Wirte zu gelangen. Wissenschaftler um John Hafernik an der San Francisco State University entdeckten bei Feldstudien ein erstaunliches Schauspiel. Sobald die nur zwei Millimeter großen, dunkel-orangefarbenen Larven aus ihren Sandhöhlen geschlüpft sind, klettern sie zu Hunderten auf die Spitze des nächsten Grashalms oder Stängels. Dort bilden sie ein Knäuel, das eine gewisse Ähnlichkeit mit einer weiblichen Einsiedler-Biene der Art Habropoda pallida hat. Nun warten sie geduldig auf eine männliche Biene, die, vor Liebe blind, eine Kopulation mit der vermeintlichen Geschlechtspartnerin versucht. Wenn dies geschieht, klammert sich ein großer Teil der Larven mit ihren dreiklauigen Beinen an die Unterseite des betrogenen Freiers.

Wie die Forscher herausfanden, werden bei einer solchen Pseudokopulation etwa 40 Prozent der Larven mitgenommen. Bei weiteren Paarungen mit echten Weibchen überträgt das Männchen die Parasiten dann auf mehrere Opfer. Die ahnungslosen Bienen schleppen die Larven in ihre Ne