RNA aus der Nahrung beeinflusst Cholesterinspiegel
Eine Klasse kurzer RNA-Schnipsel, die miRNAs, spielen eine bislang unterschätzte Rolle beim Regulieren unserer Gene: Sie werden im Körper in großer Menge ins Blut ausgeschüttet
und steuern dann Stoffwechselvorgänge in anderen, oft weit entfernten Zellen. Dabei müssen die RNA-Stücke nicht einmal aus unserem eigenen Körper stammen, berichten jetzt Forscher um Chen-Yu Zhang von der Nanjing-Universität in China. Denn
sogar pflanzliche miRNAs aus der Nahrung können Prozesse in unseren Zellen steuern.
Die Forscher fütterten Mäuse mit Reis und entdeckten, dass dabei Pflanzen-miRNAs in die Zellen der Tiere gelangen. Dort beeinflussen diese dann den Bau eines Proteins, das den Cholesterinstoffwechsel bestimmt
Gerade für die Beurteilung der Gefahren der Gentechnik ist dieser Artikel hochinteressant. Wenn fremde RNA-Schnipsel die Funktionen im eigenen Körper beeinflussen können, liegt doch die Vermutung nahe, dass bei Veränderung der fremden RNA auch dieser Einfluss sich verändert oder neu entstehen könnte. Auf die natürlichen RNA-Schnipsel hat sich der Körper in langer Evolution einstellen können. Wer kann aber abschätzen, wie gentechnisch veränderte RNA-Schnipsel wirken werden? Wie der Autor selbst schreibt, ist dieses Gebiet noch weit gehend unerforscht. Könnte es sogar sein, dass unser Körper in vielfacher Weise auf fremde RNA angewiesen ist? Welche Folgen hätte eine solche Erkenntnis für die Produktion von Nahrungsmitteln, besonders von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln und von Kunstnahrung, bei der diese Informationen fehlen oder verändert wurden?
Wenn nun solche fremde RNA in unsere Zellen eindringt, stellt sich auch die Frage, ob Teile davon gelegentlich auch in unser Erbgut eingebaut werden. Bei Bakterien und anderen niederen Lebewesen ist ein horizontaler Gentransfer ja längst nachgewiesen.
Ich möchte gerne reagieren auf den Artikel: "RNA aus der Nahrung beeinflusst Cholesterinspiegel", November 2011. Diesen Artikel hat meine Gedanken beflügelt.
Könnte es sein, dass Viren in der Lage sind, ihre DNA/RNA in Human-DNA einzuschleusen und dass diese DNA-Abschnitte dann vererblich sind? Das würde bedeuten, dass das humane Erbgut virale DNA-Abschnitte von unseren Ahnen enthält. Frage: Von vielen tausenden Menschen ist jetzt das Erbgut schon entschlüsselt. Ist jemals festgestellt worden, ob es darin "fremde" DNA-Abschnitte viraler Herkunft gibt? Falls dass so ist, könnte dann diese Abschnitte von Bedeutung sein bei z. B. der Bildung von Autoimmunkrankheiten (z. B. Diabetes) oder z. B. Krebs?
Ich würde gerne vorschlagen dass in einer der nächsten "Spektrum der Wissenschaften" Experten in diesem Bereich Ihre Meinung über dieses Thema geben. Ich würde dass sehr schätzen!
Ich bedanke mich Voraus!
Antwort der Redaktion: Vielen Dank für Ihre Zuschrift, wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Zeitschrift.
In der menschlichen DNA gibt es zahlreiche mutmaßliche Rudimente früherer viraler Infektionen. Rund 45 Prozent des menschlichen Erbguts bestehen aus springenden Genen (Transposonen), von denen die meisten jedoch nicht mehr aktiv sind (also ihre Fähigkeit zum Springen verloren haben). Vermutlich handelt es sich bei den Transposonen ursprünglich um DNA aus Retroviren, die sich ins menschliche Genom integriert hat und nun vererbt wird.
Wenn Transposonen springen, wird eine Kopie ihrer genetischen Information an anderer Stelle wieder in die DNA eingebaut. Je nachdem, wo das geschieht, können unterschiedliche Folgen auftreten: Veränderte oder ausgeschaltete Eiweißmoleküle, die Synthese von wesentlich größeren oder kleineren Mengen eines Proteins etc. Im Prinzip kann dadurch auch Krebs entstehen.
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1. Gelangt fremde RNA auch ins Erbgut?
28.10.2011, Dipl.-Phys. Bernhard Abmayr, DormitzWenn nun solche fremde RNA in unsere Zellen eindringt, stellt sich auch die Frage, ob Teile davon gelegentlich auch in unser Erbgut eingebaut werden. Bei Bakterien und anderen niederen Lebewesen ist ein horizontaler Gentransfer ja längst nachgewiesen.
2. Hat humanes Erbgut virale DNA-Abschnitte von Ahnen?
07.02.2012, Jan Brak, Villach (Österreich)Könnte es sein, dass Viren in der Lage sind, ihre DNA/RNA in Human-DNA einzuschleusen und dass diese DNA-Abschnitte dann vererblich sind? Das würde bedeuten, dass das humane Erbgut virale DNA-Abschnitte von unseren Ahnen enthält. Frage: Von vielen tausenden Menschen ist jetzt das Erbgut schon entschlüsselt. Ist jemals festgestellt worden, ob es darin "fremde" DNA-Abschnitte viraler Herkunft gibt? Falls dass so ist, könnte dann diese Abschnitte von Bedeutung sein bei z. B. der Bildung von Autoimmunkrankheiten (z. B. Diabetes) oder z. B. Krebs?
Ich würde gerne vorschlagen dass in einer der nächsten "Spektrum der Wissenschaften" Experten in diesem Bereich Ihre Meinung über dieses Thema geben. Ich würde dass sehr schätzen!
Ich bedanke mich Voraus!