In manchen Gesellschaften gibt es einen Überschuss an jungen Männern, die ohne Perspektive und ohne soziale Anerkennung leben, da sie sich nicht sinnvoll in die Gesellschaft einbringen können und auch sonst keine Möglichkeit haben, sich zu verwirklichen. Getrieben durch ihre hormonelle Energie, die kein Ventil findet, neigen sie eher dazu, einen Umsturz anzuzetteln. Da sie sich zumeist im Kampf um Status und Anerkennung befinden, sind junge Männer ohnehin grundsätzlich die besseren Revolutionäre. Das ist die Grundthese, mit der Karin Kneissl den Zusammenhang von Politik, Geschichte und der Conditio humana zu ergründen versucht. "Politische Entscheidungen folgen oft nicht rationalen Überlegungen. Gefühle, Begierden und Ängste werden in der politischen Analyse unterschätzt oder völlig ausgeblendet."

Karin Kneissl war bis 1998 als Juristin im diplomatischen Dienst Österreichs tätig und ist seither freischaffende Publizistin und unabhängige Korrespondentin für mehrere Tageszeitungen. Daneben unterrichtet sie in Wien und Beirut internationale Beziehungen.

In ihrem Buch versucht sie, historische Revolutionen unter dem Aspekt des hormonellen Status der handelnden Individuen zu analysieren. Dabei geht sie auch auf die aktuellen Revolutionen im arabischen Raum ein, die sie ebenfalls als ein Aufbegehren von zornigen jungen Männern versteht.

Im arabischen Kulturkreis sind Würde und Status …