Quanteninformatik
Spielregeln für Quantencomputer
Künftige Quantenrechner werden mit komplexen Überlagerungen von Bits arbeiten statt mit einfachen Folgen von Nullen und Einsen. Exotische Phänomene wie Verschränkung und Teleportation ermöglichen ungeahnte Rechengeschwindigkeit, abhörsichere Datenübertragung und quantenmechanische Fehlerkorrektur.
Michael A. Nielsen
Den Wissenschaftlern geht es gegenwärtig mit der Quantenmechanik wie einem Anfänger beim Schach. Seit mehr als siebzig Jahren kennen wir die Regeln und ein paar schlaue Züge, die in speziellen Situationen funktionieren, aber wir lernen erst mühsam die strategischen Prinzipien, die für ein geschicktes Gesamtspiel nötig wären.
Diese Prinzipien zu entdecken ist Ziel einer neuen Disziplin, der Quanteninformatik. Viele einschlägige Artikel konzentrieren sich auf technische Anwendungen, etwa auf die "Teleportation" von Quantenzuständen über makroskopische Entfernungen oder auf die Kryptografie, das absolut abhörsichere Verschlüsseln von Botschaften. Informatiker entwerfen Algorithmen für hypothetische Quantencomputer, die viel schneller arbeiten würden als die besten klassischen Rechner.
So faszinierend all diese Technologien sein mögen – genau besehen sind sie nur Nebenprodukte einer neuen Grundlagenforschung. Anwendungen wie die Teleportation spielen eine ähnliche Rolle wie die Dampfmaschine, die im 18. und 19. Jahrhundert die Entwicklung der Thermodynamik anregte. Die Thermodynamik war die Antwort auf grundlegende Fragen über den Zusammenhang von Energie, Wärme und Temperatur, über die Umwandlung dieser Größen in physikalischen Pr


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