"Die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen" – so lautet eine gängige Definition der Disziplin. Zugegeben, das ist eine sehr weite Definition, denn menschliches Verhalten ist im Grunde alles, was wir tun, und das Erleben umfasst unser gesamtes Innenleben: zum Beispiel das Wahrnehmen, Fühlen, Denken und Erinnern.

Unsere Handlungen sind von außen beobachtbar, unser Seelenleben dagegen nicht. Und genau darin liegt eine der großen Fragen dieses Fachs: Wie lassen sich Gedanken und Gefühle erforschen? Die Psychologie setzt dafür viele verschiedene Methoden ein. Die bekannteste davon ist so alt wie die Menschheit selbst: die Selbstauskunft über das eigene innere Geschehen – Introspektion genannt. Daneben werden mit Hilfe von moderner Technik wie der Messung elektrischer Hirnströme (Elektroenzephalografie) oder der Ermittlung des Blutflusses im Gehirn (mittels funktioneller Magnetresonanztomografie) ebenfalls Informationen gewonnen.

Diese Methoden sind natürlich nicht ursprünglich von Psychologen entwickelt worden. Sie verdeutlichen aber eine Sache sehr gut: Wer heutzutage die Psyche untersucht, erforscht gleichzeitig auch das Organ, in dem sie entsteht – das Gehirn. Daher ist die Psychologie ausgesprochen interdisziplinär ausgerichtet und untrennbar verbunden mit naturwissenschaftlichen Fächern wie Medizin, Biologie und Mathematik.
Dies zeigt sich auch darin, dass die meisten Universitäten in Psychologie den Bachelor oder Master mit dem Zusatz "of Science" vergeben und nicht mit dem in den Geisteswissenschaften üblichen "of Arts". Es geht also bei der Erforschung der menschlichen Psyche viel mehr um harte Fakten als gemeinhin vermutet.

Abschließend sei noch eine Besonderheit des Fachs genannt: Die Psychologie beschäftigt sich mit Phänomenen, die jedermann aus dem Alltag kennt. Das bringt auf der einen Seite viel Gutes mit sich, zum Beispiel interessieren sich oft auch Laien für aktuelle Forschungsergebnisse. Auf der anderen Seite bestehen deshalb einige falsche Vorstellungen über die Disziplin sowie Vorurteile gegenüber deren Vertretern. So müssen sich Psychologiestudenten mitunter das ein oder andere anhören – etwa wenn Bekannte von der Studienwahl erfahren. Nicht selten kommt dann entweder ein "Dann kann ich mich bald bei dir auf die Couch legen" oder ein "Da muss ich ja aufpassen, was ich sage".
Keine Sorge – man gewöhnt sich daran.